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Es werden Posts vom Juli, 2011 angezeigt.

Wie viele bayerische Ortschaften werden in der Bibel erwähnt?

In Bayern läuft gerade die letzte Vorlesungswoche. Um nicht der in der Professorenschaft gefürchteten Semesterend-Depression (morbus ex ademptione auditorii ortus) zu erliegen, gehe ich hier in allem gebotenen Unernst der Frage nach, wie viele bayerische Ortschaften in der Bibel erwähnt werden. Diese Frage wird nicht nur äußerst selten gestellt, sondern ist, wie sich zeigen wird, gar nicht eindeutig zu beantworten, sondern mit einigen Unwägbarkeiten belastet. Es handelt sich zum Dritten um eine ganz unwissenschaftliche Frage, was den Kennern der Materie schon daran deutlich wird, dass die Überlegungen nicht am Urtext ansetzen, sondern an relativ späten Übersetzungen. Um dennoch den Schein der Wissenschaftlichkeit zu wahren, weise ich darauf hin, dass ich das genannte Forschungsinteresse gänzlich unparteiisch, sine ira et studio, verfolge, da ich selbst nicht aus Bayern stamme.

Beginnen wir mit den unstrittig biblisch bezeugten Ortschaften. Der Sachzusammenhang kann sehr unterschiedlic…

In sieben Schritten zur Polemik gegen den Dialog-Prozess

Nach der Lektüre eines neuerlichen Pamphlets aus der Feder von Alexander Kissler blieb nur die Flucht in die Satire (die Warnung vor Nebenwirkungenist also zu beachten). Der folgende fiktive Text ist ein Strategiepapier der fiktiven Beratungsfirma PolemicConsult, in dem sich die Anweisungen finden, nach denen die Kolumne in The European geschrieben ist.


1. Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen und denken Sie an Ihre Erfolge.
Der Versuch, mithilfe eines »Vatikan-Dossiers« gefährliche Spaltungstendenzen in der deutschen Kirche zu diagnostizieren, ist zwar in die Hose gegangen; aber das heißt nicht, dass man das Thema deshalb ad acta legen müsste. Im Fall von Bischof Fürst hat sich ja gezeigt, welch segensreiche Folgen eine wirkungsvoll zugespitze Beleidigungsoffensive haben kann: Er hat in der Folge eine Tagung der Akademie Stuttgart-Rottenburg zum Thema »Sexualität« untersagt.

Einmal Mannheim und zurück

Am Auftakt des Dialogprozesses habe ich als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Neutestamentler teilgenommen. Wie diese Veranstaltung ablaufen sollte, war im Vorfeld nur in groben Zügen bekannt. Ich hatte keine Ahnung, wie es möglich sein soll, 300 Leute miteinander ins Gespräch zu bringen. Natürlich kann nicht jeder mit jedem sprechen, aber ich habe die Veranstaltung doch so empfunden, dass ein Dialog in Gang kommt. Dazu hat sicher beigetragen, dass die Arbeitseinheiten von zwei Moderatorinnen geleitet wurden und die Bischöfe mit den eingeladenen Teilnehmern zusammen in Gesprächsrunden saßen (auch wenn die bischöfliche Steuerungsgruppe im Vorfeld sicher gesteuert hat - aber eben nicht ungeschickt).

»Nobelpreis für Theologie«

In den letzten Tagen ließ sich beobachten, wie ein gut gesetzter Begriff in den Medien im Sinne des Erfinders funktioniert. Zum ersten Mal, so erfuhr man, wurde der »Nobelpreis für Theologie« verliehen (z.B. hier, hier oder hier). Dass es einen solchen Preis eigentlich nicht gibt, wird zwar meist durch die Verwendung von Anführungszeichen deutlich gemacht; für das Urteil über den Rang der Auszeichnung hat das aber keine Folgen. 

Google bleibt bei einer Nachfrage zunächst ungläubig und fragt vorsichtshalber nach, ob man nicht den Nobelpreis für Biologie suche. Die Suchmaschine liefert gleichwohl genügend Ergebnisse, so dass man recht mühelos der Frage nachgehen kann, woher denn der Begriff »Nobelpreis für Theologie« stamme.