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Es werden Posts vom Februar, 2013 angezeigt.

Sonntagsevangelium (66)

2. Fastensonntag (C): Lk 9,28b-36

Die Verklärungsgeschichte wird bei Lukas »etwa acht Tage« nach dem Messiasbekenntnis des Petrus und der Belehrung zur Nachfolge (9,18-27) angesetzt. Dies ist nicht nur insofern auffällig, als sich vor dem Jerusalemaufenthalt Jesu gewöhnlich keine genaueren zeitlichen Einordnungen finden. Lukas ändert auch die Angabe aus Mk 9,2, wo von »sechs Tagen« die Rede ist – wahrscheinlich eine Anspielung auf die Gottesbegegnung am Sinai nach sechs Tagen (Ex 24,15f). Möglicherweise hat Lukas diese Anspielung nicht erkannt und deshalb die Angabe gerundet (zu »acht Tagen« für eine Woche s.a. Joh 20,26).

Sonntagsevangelium (65)

1. Fastensonntag (C): Lk 4,1-13

Mit der Versuchungsgeschichte greift Lukas den Erzählfaden von der Taufe Jesu auf: Der Geist, der in der Offenbarungsszene nach der Taufe auf Jesus herabkam, führt ihn in die Wüste (4,1); dort wird er – anknüpfend an die Anrede durch die Himmelsstimme (3,22) – als Sohn Gottes auf die Probe gestellt. Zwei der drei folgenden Versuchungen setzen an dieser Hoheitsbezeichnung an: »Wenn du der Sohn Gottes bist ...«. 

Anders als in der matthäischen Parallele wird die Erprobung nicht allein als ein Vorgang am Ende des vierzigtägigen Fastens dargestellt (s. Mt 4,2f). Vielmehr wird der ganze Aufenthalt in der Wüste mit der Versuchung durch den Teufel verbunden (so auch Mk 1,13). Da die drei folgenden Szenen am Ende der vierzig Tage stehen, ergibt sich jedoch der Eindruck, dass mit den drei geschilderten Versuchungen der Höhepunkt der Erprobung erreicht ist. 

»Sie haben uns den Papst genommen«

Wer die der eigenen Person geltenden Nachrufe noch zu Lebzeiten erfahren will, muss entweder Tod und Begräbnis inszenieren oder als Papst zurücktreten. Nun ist das sicher kein Motiv, das bei dem angekündigten Amtsverzicht von Papst Benedikt irgendeine Rolle gespielt haben könnte. Die Reaktionen auf den Rücktritt des Papstes lesen sich dennoch häufig so, als wäre der Papst bereits gestorben. Man hat zu wenig Erfahrung mit diesem Vorgang: Das Ende der Amtszeit eines Papstes verbindet sich eben gewöhnlich mit seinem Tod.

Unsere Freunde von kath.net kennen seit gestern kein anderes Thema mehr – so der erste Eindruck, der durchaus täuscht. Denn es wird nicht vergessen, den Rücktritt mit der Polemik gegen den Zustand von deutscher Theologie und Kirche zu verbinden. Und da wird, wie in dem Artikel von Gabriele Kuby, mit biblischen Anspielungen und Zitaten nicht gegeizt:

Sonntagsevangelium (64)

5. Sonntag im Jahreskreis (C): Lk 5,1-11

Im Mittelpunkt der Erzählung vom reichen Fischfang steht Simon Petrus. Seine Antwort auf den Befehl Jesu zur Ausfahrt erweist ein anfanghaftes Vertrauen (5,5): fast ist er schon Jünger (»auf dein Wort hin ...«) und überwindet so den Zweifel, den er als Fischer äußert (»die ganze Nacht haben wir uns abgemüht und nichts gefangen«). 

Seine Reaktion auf das geschehene Wunder (5,8) folgt einem Grundzug alttestamentlicher Gotteserscheinungen. Mit den Worten »geh weg von mir« will Simon also nicht die Beziehung zu Jesus abbrechen. Er hat erkannt, dass er in Jesus der Welt Gottes begegnet; und da er dem Anspruch Gottes als Sünder nicht genügt, muss er fürchten, durch die Nähe der göttlichen Macht vernichtet zu werden (vgl. Ex 19,21; 1Sam 6,19f). Eine besondere Schuld wird Petrus nicht zugeschrieben: In dem hier gemeinten Sinn sind alle Menschen Sünder.

Die folgende Verheißung Jesu – »von nun an wirst du Menschen fangen« (5,10) – spielt dann aber auf die …

Sonntagsevangelium (63)

4. Sonntag im Jahreskreis (C): Lk 4,21-30

Der Textabschnitt setzt die »Antrittspredigt Jesu in Nazaret« vom vergangenen Sonntag fort. Nun geht es um die Reaktion der Zuhörer auf das Wort, mit dem sich Jesus offenbart hat als Erfüllung der Verheißung aus Jes 61,1f (4,21). Diese Reaktion ist zunächst positiv durch Staunen gekennzeichnet. Auf was sich dieses Staunen genau bezieht, ist nicht eindeutig. Die »Worte der Gnade« könnten in theologischem Sinn auf den Inhalt oder die Qualität der Rede Jesu bezogen sein: Im ersten Fall wäre gemeint, dass Jesus von der Gnade spreche; im zweiten, dass er so spreche, dass die Gnade Gottes in seinen Worten aufscheint. Sprachlich möglich ist aber auch, dass »Gnade« (χάρις) hier in rhetorischem Sinn die Gefälligkeit der Rede bezeichnet - ohne Bezug auf die Gnade Gottes. Dann wäre schon ein Ansatzpunkt für eine negative Kennzeichnung der Zuhörer gegeben, da sie gar nicht bis zum Inhalt der Rede vordringen. Ihr Staunen ist darin begründet, dass sie den Re…