Exegese-Bashing

Veit Neumann hat mit Klaus Berger Gespräche geführt und daraus ein Buch gemacht (Theologie als Abenteuer). Das Werk schreitet den Lebensweg Bergers ab und bietet ihm zahlreiche Gelegenheiten, die eigene Großartigkeit darzustellen – in einem weiten Bogen von den Bestnoten in Latein und Griechisch über die vollsten Hörsäle und meisten Doktoranden bis zum Errichten von Sandburgen allein mit einer Schaufel (ohne Formen oder Förmchen!). Dass Berger dabei ordentlich austeilt, überrascht nicht. Erstaunlich sind dagegen nicht wenige der Fragen, die den Eindruck auch nur minimaler Distanz zum Gesprächspartner erfolgreich vermeiden. Besonders bedauerlich ist das im Blick auf die öffentliche Debatte um die Kirchenzugehörigkeit Bergers. Ganz ungestört von lästigem Nachfragen darf sich Berger als Opfer inszenieren, das froh ist, das Ganze überlebt zu haben. Zu mehr als »Ich will die Dinge nun nicht gerade herunterspielen« lässt sich der Fragesteller nicht hinreißen, nimmt aber selbst diese Aussage nicht nur durch seinen Fragestil zurück, sondern gleich durch seinen nächsten Satz (»Im Nachhinein hat jemand anderes stets leicht reden«).

Sei's drum, ich will das hier nicht vertiefen. Denn mein Thema ist das Vorwort, in dem der Dominikaner Wolfgang H. Spindler die Keule gegen die historisch-kritische Exegese schwingt. Dieser Beitrag ist nicht nur erstaunlich, sondern in hohem Maße ärgerlich. Um den Ärger etwas zu kanalisieren, wird, wie bereits in einem früheren Fall, ein fiktives Strategiepapier der fiktiven Firma PolemicConsult zitiert (ich bin also in jenem Modus, der den Hinweis auf die Nebenwirkungen notwendig macht). Dieses Papier könnte die Vorlage für das Vorwort abgegeben haben, allein den letzten Rat (7.) hat dessen Autor nicht befolgt.

1. Stellen Sie den Gegner, in diesem Fall also die historisch-kritischen Exegeten, in seiner Böswilligkeit dar und machen Sie ihn für alles verantwortlich. 

Machen Sie gleich mit dem ersten Satz klar, in welche Richtung die Reise geht und dass Sie sich mit Differenzierungen nicht unnötig aufhalten wollen: 
»Die Krise der Kirche ist zuerst eine Krise der Bibelwissenschaft.« 
Erwecken Sie den Eindruck, da hätten irgendwelche böswilligen Exegeten den Glauben »systematisch ausgehöhlt«. Vermeiden Sie jede Verbindung der historisch-kritischen Bibelauslegung zu umfassenden geistesgeschichtlichen Verschiebungen, die es in den letzten 200 Jahren gegeben hat. Möglich ist höchstens die Notiz, die historisch-kritische Methode sei »ein typisches Produkt der (klassischen) Moderne«. Durch die Klammerbemerkung wird angedeutet, dass das schon ein veraltetes Phänomen ist (deshalb könnten Sie auch irgendwo die »Mottenkiste des 19. Jahrhunderts« fallen lassen und davon reden, dass die Moderne »in die Jahre gekommen« sei). Aber die Bemerkung ist nicht ungefährlich, könnte sie Leser doch auf die Idee bringen, dass die von Ihnen kritisierte Exegese nicht in glaubenszerstörerischer Absicht unternommen wurde, sondern als Reaktion auf die Herausforderungen, die mit den epochalen Umwälzungen der Aufklärung verbunden sind. Wenn Sie die »Aufklärung« erwähnen, dann also nur im Zusammenhang mit deren »rationalistische[n] Engführungen«. Unterlassen Sie jede Anspielung auf das Scheitern des antimodernistischen Kurses der katholischen Kirche aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und geben Sie auch keinen Hinweis darauf, dass die historisch-kritische Methode kirchlich anerkannt ist. 

Dagegen sollte aus Gründen der Stimmungsmache unbedingt zur Sprache kommen, dass die deutschen Universitätstheologen in unkündbarer Beamtenstellung arbeiten. Das erweckt den Eindruck von Saturiertheit und mangelndem Engagement. Vielleicht kriegen Sie irgendwo, am besten im ersten Absatz, folgenden Satz über die Exegeten unter: 
»Hierzulande meist an staatlichen Lehranstalten angesiedelt und mit kirchlichem Auftrag ausgestattet, beziehen ihre Vertreter Solde und Pensionen für ein fragwürdiges Geschäft.« 


2. Lassen Sie unbedingt den Namen »Bultmann« fallen. 

Dies ist ein absolutes Erfordernis für Ihr Vorwort. Bei der angezielten Leserschaft kann Schnappatmung oder Juckreiz hervorgerufen werden, wenn die Buchstaben a, b, l, m, n (2x) und u in der angegebenen Form angeordnet werden. Außerdem darf das Zitat mit dem elektrischen Licht und dem Radioapparat nicht fehlen – Sie wissen schon: das Zitat, das in diesem Zusammenhang immer kommt. Das ist zwar nicht originell, aber auf Originalität muss es Ihnen in Ihrem Text ja als Allerletztes ankommen. Viel wichtiger ist der Eindruck, man könne mit dem Entmythologisierungsprogramm aus dem Jahr 1941 zugleich die ganze gegenwärtige Exegese treffen. Entscheidend ist nicht, ob das stimmt, sondern dass Ihre Leser das glauben. 


3. Marginalisieren Sie eventuelle dunkle Punkte und bauen Sie ein strahlendes Gegenbild zu Bultmann und Epigonen (also alle Exegeten seit 1930 außer einem) auf: einen einsamen Held, der den Mächten des Bösen trotzt. 

Sie schreiben das Vorwort zu einem Buch, das Klaus Berger als exegetischen Leuchtturm unter lauter Teelichtern darstellt. Allerdings hat es öffentliche Debatten gegeben, die Bergers Licht nicht uneingeschränkt hell strahlen ließen (Stichwort: Dementi aus dem Vatikan zu der angeblich akzeptierten Doppelmitgliedschaft in evangelischer und katholischer Kirche). Da das Interviewbuch sich zu diesem heiklen Punkt (anders als zu den Details der Bergerschen Sandburgenbaukunst) einen konsequenten Frageverzicht auferlegt, könnten Sie diese Lücke füllen. Wir schlagen folgende Strategie vor: Erwähnen Sie die Diskussionen um Bergers Kirchenzugehörigkeit; lassen Sie auch durchblicken, dass nicht alles, was Berger dazu geäußert hat, überzeugen muss. Geben Sie dabei aber auch Anhaltspunkte für die Opferrolle (etwa: »kam dabei fast unter die Räder«) und bringen Sie einen entlastenden Bibelspruch. Passend wäre Mt 7,1: »Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!« Dass man damit jede Kritik abwürgen kann, macht den Spruch so brauchbar. Sie müssen nicht fürchten, dass das angezielte Lesepublikum aus dem Jesuswort den Schluss zieht, dass Sie gerade selbst über Exegese und Exegeten zu Gericht zu sitzen.

Außerdem müssen Sie Berger zu einem lebenslangen Gegenmodell zur historisch-kritischen Exegese stilisieren, z.B. so: 
»Das vorliegende Interviewbuch stellt einen Theologen vor, der seit mehr als einem halben Jahrhundert einen anderen Umgang mit der Schrift pflegt.« 
Dass das nicht stimmt, Berger vielmehr über lange Jahre am historisch-kritischen Diskurs teilgenommen hat, ohne gegen die »liberale Exegese« zu wettern, tut nichts zur Sache. Schreiben Sie über die 
»tiefe Liebe zur heiligen Schrift, zur einen Heiligen und Apostolischen Kirche, zu Jesus Christus«,
die Sie in Bergers Sätzen spüren (übertreiben Sie ruhig: in allen Sätzen), und setzen Sie diesem Superengagierten 
»die vielen blutleeren Gestalten« gegenüber, »die das wechselseitige Promotions-, Habilitations- und Zitationskartell an die Katheder des theologischen Betriebs spült«. 
Ja, schreiben Sie: spült, denn so entsteht der Eindruck, dass anonyme Kräfte die Lehrstühle mit denen besetzen, die sich einfach treiben lassen. Haben Sie keine Sorge, dass jemand nachfragt, wie viele der blutleeren Gestalten Sie eigentlich kennen und wie sich wohl die genannten Kartelle nachweisen lassen. Die Behauptung genügt. 


4. Psychologisieren Sie über Motive, auch wenn Sie davon nichts wissen können. 

Unterstellen Sie, dass der im Wissenschaftsbetrieb völlig normale Vorgang von »einander ablösende[n] und widersprechende[n] Hypothesen« und die dadurch entstehende Verunsicherung »auf einem Sicherheitsbedürfnis« beruht. Kennzeichnen Sie historisch-kritische Exegese gewissermaßen als Ersatzreligion, in der man wegen des verloren gegangenen Vertrauens in die kirchliche Tradition Halt sucht. Lassen Sie durchblicken, dass dieser Verlust »oft« biographische Gründe hat, jedenfalls keine wissenschaftlich relevanten. Keinesfalls aber darf deutlich werden, dass die selbstverständliche Gültigkeit der Tradition seit der Epoche der Aufklärung zerbrochen ist (s.o. 1.). 

An die Stelle einer geistesgeschichtlichen Ortsbestimmung muss vielmehr die individuelle Perspektive treten. Bringen Sie auch ruhig biographische Einzelfälle aus Ihrem Bekanntenkreis ein, aus denen die zerstörerische Wirkung der historisch-kritischen Exegese hervorgeht, und tun Sie so, als wäre dies ein Argument. Um den Eindruck zu vermitteln, dass exegetische Annahmen keinen Sachgrund haben, können Sie den Exegeten einfach »ungestillte Lust« zu phantasiereichen Hypothesen unterstellen – am besten in einem Satz, dem zufolge die Exegeten selbst etwas unterstellen (das lenkt etwas von Ihrer eigenen Unterstellung ab). Das kann ruhig auch ein wenig schwülstig klingen: 
»… die zu unterstellen manche Exegeten offenbar ungestillte Lust verspüren.« 
Auch im Blick auf die institutionelle Ebene empfiehlt sich eine psychologisierende Strategie. Dass sich bestimmte Grundannahmen über lange Zeit halten, könnte zwar daran liegen, dass sie die Mehrheit der Forscher überzeugen; ein solcher Eindruck muss aber um jeden Preis vermieden werden. Bringen Sie deshalb 
»das Beharrungsvermögen etablierter Institutionen und scientific communities« ins Spiel und sagen Sie, dass »die Mehrheitstheologen wie kaum eine andere Zunft« zu einem solchen Block »zusammengeschweißt sind«. 
Gut wäre es auch, wenn Sie irgendwo fallen lassen könnten, dass es in der Exegese ein »Dogma« und ein »große[s] Tabu« gebe, am besten vielleicht im Zusammenhang mit der Datierung der Evangelien. So kann man mit zwei Begriffen die seltsamerweise von so Vielen vertretene Position, dass die Evangelienproduktion um 70 beginnt, als unbegründet erscheinen lassen. Das ist recht praktisch, denn es erzielt bei minimalem Einsatz (9 Buchstaben!) den größten Effekt. 


5. Bringen Sie außerfachliche Expertise ein, um die historisch-kritische Exegese als unhaltbares und längst überholtes Unternehmen zu kennzeichnen. 

Um die historisch-kritische Exegese als wissenschaftlich unhaltbares Unternehmen zu kennzeichnen, ist man nicht nur auf die verzerrte Darstellung ihrer Positionen angewiesen (s. dazu 6.). Ein weiteres probates Mittel ist, sie aus der Perspektive anderer Fächer als überholt zu charakterisieren. Sprechen Sie dabei unbestimmt im Plural und suggerieren Sie eine Einmütigkeit, über deren tatsächliche Existenz Sie ja keine Rechenschaft ablegen müssen. Nehmen Sie einen in Ihrer Sicht kritischen Punkt und sagen Sie, dessen Zurückweisung gelte »für Historiker und Altphilologen als längst ausgemacht«, oder es seien Gegenargumente »nicht zuletzt von Historikern und Klassischen Philologen zusammengetragen worden«. Hüten Sie sich vor einem Beleg dieser Behauptung, nennen Sie keine Namen. Im Übrigen: Wenn sich jeweils zwei Vertreter finden ließen, wäre Ihre unbestimmte pluralische Formulierung schon gerechtfertigt, selbst wenn diese zwei in ihrem Fach Außenseiter wären.

Gut wäre in diesem Zusammenhang auch noch eine autobiographische Note. Sie haben ja Jura studiert und können Ihrem Entsetzen über die Exegese im Theologiestudium dadurch einen seriösen Anstrich geben, dass Sie die Exegese an den Standards der Rechtswissenschaft scheitern lassen: 
»Das wäre unter Juristen undenkbar gewesen.« 
Erklären Sie nicht, was das Undenkbare genau ist, sondern wählen Sie eine polemische Umschreibung: Beziehen Sie es z.B. darauf, »wie hartnäckig hier an Vorurteilen und fraglich gewordenen Prämissen festgehalten wurde«. Natürlich wäre der Nachweis entscheidend, dass es wirklich so elend um die Exegese steht, wie Sie hier behaupten. Das können Sie aber durch den Bezug auf die eigene Erfahrung verdecken: Wenn der Jurist die Exegese so wissenschaftlich verlottert wahrgenommen hat, dann wird das schon stimmen. Und Sie müssen nur dafür sorgen, dass die Leser Ihres Vorworts genau diesen Eindruck gewinnen. Beachten Sie dazu die Ausführungen im nächsten Punkt. 


6. Vor allem: Verzerren Sie die Position, die Sie angreifen, um sie besser lächerlich machen zu können. 

Sie müssen sich die historisch-kritische Exegese als leichten Pappkameraden aufbauen, den Sie mit einem Hauch Ihres Mundes umpusten können. Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Sie können tatsächlich stattfindende Debatten unterschlagen und Einmütigkeit suggerieren – etwa zur Auswertung von Mk 13,2 für die Datierung des Markus-Evangeliums: Ob Markus das Ende des Krieges voraussetzt, wird zwar nicht ganz so einmütig beurteilt; es wird außerdem vertreten, dass Mk 13,2 wie 14,58 auf ein Jesuswort vom Ende des Tempels zurückgeht. Aber das muss Sie nicht bekümmern. 

Sie können die Unterscheidung verschiedener Schichten in einem Text dadurch ad absurdum führen, dass Sie einen modernen literarischen Text nehmen, dessen Material nicht zuvor durch die mündliche Überlieferung gegangen ist und der auch nicht aus einem Milieu kommt, in dem literarische Fortschreibung ein bekanntes Verfahren ist. Demonstrieren Sie an diesem modernen Stück (wie wär's mit Kafkas Prozeß?) das Scheitern einer Methode, die für eine andere Art von Text entwickelt wurde. Das ist zwar nicht sachgerecht, aber wirkungsvoll. Tun Sie es außerdem so, als ließe die mit dem »Schichtungsmodell« verbundene historische Rückfrage von Jesus nur übrig, er sei ein »Fresser und Säufer« gewesen. Verschweigen Sie, dass es in der Exegese eine Diskussion über die Leistungsfähigkeit dieses Modells gibt (wahrscheinlich müssten wir dazu nicht auffordern, weil Sie es gar nicht wissen).

Sie können auch eine banale Aussage treffen und dabei den Eindruck erwecken, sie stünde im Gegensatz zu den Annahmen der historisch-kritischen Exegese. Vorschlag: 
»Wenn zutreffend gesagt wird, Jesu Botschaft habe sich zentral um das Reich Gottes gedreht, dann heißt das nicht, dass andere 'Themen', etwa Gerichtsdrohungen, als 'unecht' auszuschließen sind.« 
Operieren Sie mit unklaren Begriffen. Sie können ruhig zugeben, dass sich in das Neue Testament 
»Passagen 'eingeschlichen' haben, die nicht direkt aus dem Mund Jesu oder etwa des Paulus hervorgegangen sind«. 
Fragen Sie dann nach, ob das Jesuswort durch unterschiedliche Rezeption »unecht« sei. Setzen Sie das »unecht« unbedingt in Anführungszeichen (dann weiß man dann nicht so genau, was das Wort bedeuten soll) und unterschlagen Sie, dass sich die historisch-kritische Exegese auch mit solchen Rezeptionsprozessen befasst und »unechte« Texte keinesfalls als belanglos verwirft. 

In der Frage falscher Verfasserangaben können Sie alle Hemmung ablegen und die Verzerrung auf die Spitze treiben. 
»Geradezu lächerlich wird es ... , wenn Paulus als Autor eines Briefes verneint wird, nur weil in diesem andere Gedanken als in den für 'echt' gehaltenen Paulus-Briefen vorgetragen werden. Schreibt jemand den gleichen Brief mehrmals?« 
Das ist zugegebenermaßen so platt, dass jemand auf die Idee kommen könnte, selbst die Exegeten könnten nicht so dumm sein, eine falsche Verfasserangabe allein daraus abzuleiten, dass der Inhalt des fraglichen Briefes nicht bereits in einem anderen der Paulusbriefe steht. Schieben Sie deshalb noch einen Satz hinterher: 
»Kausalitäten lassen sich nicht bejahen, indem man Ersatzursachen hinzudenkt.« 
Was das in diesem Zusammenhang genau bedeuten soll, wissen wir auch nicht. Das spielt aber keine Rolle; Hauptsache, es klingt gelehrt. 


7.  Was man nicht machen sollte: Steilvorlagen für den Gegner 

Eindringlich warnen wir davor, einen Satz Klaus Bergers über Thomas von Aquin zu zitieren: 
»Er war unfähig, dummes Zeug zu reden.« 
Sollte nämlich doch einmal jemand das Vorwort lesen, der nicht zur Zielgruppe gehört, sich also nicht alle Vorurteile über die ungläubige historisch-kritische Exegese bestätigen lassen will, so könnte sich die Assoziation einstellen, dass es einen entscheidenden Unterschied gebe zwischen Thomas von Aquin und dem Autor des Vorworts zu dem Gesprächsband.

Kommentare

Klaus-Peter Kuhn hat gesagt…
Lieber Herr Häfner,

Ihre Rezension ist gewohnt köstlich und mit großem Vergnügen zu lesen. Im Gegensatz zum rezensierten Buch, wie es scheint.

Dass Berger sein Buch "Theologie als Abenteuer" nennt, ist sehr treffend, denn seine Theologie ist in der Tat abenteuerlich.
Der vorwortschreibende Dominikanerpater dürfte sich übrigens ausführlich bei Bergerschen Versatzstücken bedient haben, ausweislich dieses Interviews mit Berger: http://www.kath.net/news/41449. Die beiden hätten somit mehr miteinander gemein als jeweils mit Thomas von Aquin.
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Danke Herr Prof. Häfner für den Buchtipp,

denn als jemand, der aufgrund des Besuches von dessen Vorträgen in evangelischen und kath. Bildungseinrichtungen oder der unzählichen Bücher, Berger noch in seiner Zeit der historischen Auseinandersetzung mit der Bibel mehrfach vergeblich bat (www.theologie-der-vernunft.de), den Logos (die der Antike heilige Vernunft/Weisheit) als Wesen des Jesus zu bedenken, der in Kultlestexten bebildert bzw. in seiner Wirkung oder Hoffnung beschrieben wurde, ist es lehrreich das Abenteuer zu beobachten.

Der historisch-kritischen Wissenschaft kommt mit ihrem Kurz-schluss dabei eine große Bedeutung zu. Macht sie doch deutlich, dass das Wesen, das bei ihr hinten herauskommt, nicht der Grund gewesen sein kann, um den es am Anfang ging, den Monotheismus der Zeitenwende und die christlichen Verhaltenslehren (auch nicht die Texte) begründete.

Konstantin, der unter meiner Homepage gerade den absoluten Beweis bringt, dass es dort, wo heute Jesus oder Mohammed steht, um die Vernunft/Weisheit ging, für die er eine Kirche bauen musste. Der wird heute dort deutlich machen, dass es am Anfang der erst durch seine Diskussion über das Wesen des Logos angestoßenden einheitlichen Kirche (der nicht nur hinsischtlich der Haggia Sophia der Weisheit galt) den, christlichen Kanon noch nicht gab und galt. Wie der, der heute auf abentheuerliche Weise diskutiert wird, sich erst in Neuzeit ergeben hat.

Es ist ein echtes Abenteuer, wenn Theologen die wissen, dass es allen anfänglichen Kirchenväter und ja auch in der Diskussion Konstantins, dem im Kult auch noch die Götter galten, um die kreative Vernunft/Weisheit ging. Es im dann den Häeretikern wie Marcion (auch der ging von Vernunft aus) entgegengestellten kirchlichen Kultlesetexten (erst seit Luther Richtschnur und erst in Neuzeit als banalhistorische Realität hinterfragt/gesehen) noch von griechischen Darstellungen wimmelte. Und wie für den chr. Glaubensgrund ausschließlich Hoheitsnamen und Formeln gebraucht wurden. Sich dann die Theologen über einen jungen Juden als mehr oder weniger Gott streiten.

Lehrreich ist das allemal: Es zeigt, dass der doch nicht oder göttliche Heilsprediger ein Hirngespinst von Halbauklärung, mit historisch-kritischer Betrachtung in Wirklichkeit nicht zu begründen ist. Noch nicht mal, auf schriftgeleerte Weise. Denn in der Schrift, das macht mir Ihr Kollege Theißen "Weisheit des Urchristentums" gerade wieder klar, hat die Weisheit gesprochen, die Vernunft den Gott der Väter offenbart...
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Sehr Prof. Häfner,

wie ernst es mir ist, sehen Sie nicht nur auf meiner Homepage. Dabei geht es über die historische Wahrheit - nach der es mit Sicherheit nicht um einen doch nicht göttlichen Handwerksburschen ging - hinaus.

Denn ob es am Grund des christlichen Kultes um einen jungen Guru ging, der dann auch noch zu Mohammed wurde. Oder ob anfänglich um die Vernunft/Weisheit ging, die heute vergeblich nicht nur in der Kirche gepredigt wird, sondern deren Gegnern heilig ist und die erst in weiterführender Kultform alter Wurzeln (im Westen in Kirche/Kanon) in Verant-wort-ung nahm. Das könnte auch heute wegweisend sein.

Die von Berger, Benedikt XVI. oder anderen angeschriebenen Theologen nie beantwortete Frage, warum nicht die Vernunft/Weisheit als Grund der Kirche und Thema des Kanon bedacht werden kann (was ich inzwischen selbst getan und so nach aller Logik auf des heutigen Wissen den absoluten Nachweis dafür erbracht habe), die ist mir auch die hisorische Kritik offen geblieben.

Wenn über ein Wesen gestritten wird, das es in dieser Form erst in Neuzeit gibt, noch Melanchthon sich beim Jesusname auf jüdische Weisheitslerher berief, was ist daran historisch-kritisch?

Ich habe noch nicht ein historisch-kritisches Argument erhalten, das gegen meine auf der Auswertung von Wissen um die Historie oder heutige Exegese basierende Beweisführung spricht.

Warum schließt es sich aus, den Grund des Kultes, über dessen Wesen sich Kaiser und andere Denker stritten und das es unweigerlich gegeben hat (wie auch auf der Homepage unter Konstantin deutlich gemacht, kein Hirngespinst war), auf neue Weise wissenschaftlich zu bedenken.





Gerhard Mentzel hat gesagt…
Dass auch das neue Buch von Berger bzw. seine ganze Herangehensweise nichts mehr mit historischer Realität zu tun hat, kann man bereits beim "Blick ins Buch" bei Amazon sehen.

Unabhäng von der Beweisführung, die Konstantin gerade bringt: Es allen anfänglichen Denkern bzw. vielfältigen Reformbewegungen, noch vor Kirche und Kanon und dann in der Christologie-Diskussion, nicht um einen mehr oder weniger göttlichen Jungen, sondern um die antiker Hochzivilisation (und letztlich auch heutiger Aufklärung) heilige Vernunft/Weisheit ging. Die damals einen Kult im aufgeklärten Verstand des Alten (Auferstehung) brauchte, um gehalten zu werden.

Was ist historisch bzw. wissenschaftlich, wenn dann aus Texten, die nachweislich nicht von einem kynischen Junghandwerker ausgehen können oder handeln, sondern in jedem Satz mehr als deutlich wird, dass hier nur die damals geltende Vernunft/Weisheit gesprochen hat bzw. zu Wort gebracht wurde, der gleiche junge Guru abgeleitet wird, den Berger auf mythische Weise als hoheitliches Wesen bewahren will?

Wer aus den biblischen Texten, die ich mir bei Theißen "Weisheit des Neuen Testamentes" gerade vor Augen führe, einen jüdischen Wanderkyniker oder ähnlich herauslesen will, übertrifft der nicht Berger & Co.?

Wenn man wie Berger einen guten Jungen als ein Wunder auf Erden bzw. die Offenbarung in Person bewahrt, dann ok. Aber mit einem jungen Juden, der dann kein Gotteswesen ist (was an sich ja völlig absurd wäre), ist kaum ein Satz des NT zu machen.

Was ist also daran historisch-kritisch, wenn aus diesen Texten ein Heilsprediger herausgelesen und an den Anfang gestellt bzw. bei allen Untersuchungen vorausgesetzt wird?

"Natürlich" hatte der neue christliche Kult einen Grund. Aber wer sich von Begers gestrigem Gotteswesen abwendet, muss der nicht auf neue Weise fragen?

Wie sollten sich nicht nur die kanonischen Inhalte bzw. Bedeutungsaussagen (wie auch sonstige urchr. Texte), sondern das gesamte Geschehen in dem erklären lassen, der bei nüchterner Betrachtung nicht das gewesen sein kann, was Berger & Co. rein dogmatisch bewahren wollen.

Was hintert die Wissenschaft daran, die damals geltende Vernunft, nach der jetzt alles Werden erklärt wurde, als das zu bedenken, was in seinem Wesen heftig diskutiert wurde. Was nicht die Rolle des Göttervaters oder des Unsagbaren der Väter einnahm. Was aber diesen erklärte/offenbarte, verständlich machte. Und sagte, was jetzt über die Tradition hinaus im schöpfersichen/kreativen Sinne als Gut und Recht geboten war. Was also so den alten Glauben auf neue Beine stellte?

(Also genau das, was wir im NT lesen.)



G. Küppers, Köln hat gesagt…
Hallo Herr Prof. Häfner!

Leider kann man Ihre Kritik ohne die Lektüre des rezensierten Vorworts nur schlecht nachvollziehen. Ich habe mir das Vorwort von Spindler aber in der kostenlosen Buchvorschau vollständig durchlesen können. Ich finde es auch sehr ärgerlich, gerade weil Spindler auf schreiberisch gekonnte und nicht auf den ersten Blick gar nicht so unplausible Weise abenteuerliche Klischees verbreitet, die eigtl. nur beweisen, dass er selbst über ein Zweitsemesterwissen über die neueren exegetischen Diskussionen und Dispute überhaupt nicht herausgekommen ist. Seine Anwürfe sind einfach nur uninformiert. Das Ärgerliche ist, dass man ihm das kaum anmerkt und dass er unwissende Leser dazu verführt, sich in ihrer Skepsis gegenüber wiss. Bibelforschung bestärkt zu fühlen und Vorurteile zu pflegen, statt die richtigen Bücher zu lesen.

Alle Beispiele und Thesen, die er für die angeblich verhängnisvolle Wirkung moderner Exegese auf den Glauben ins Feld führt, lassen sich bei genauerer Betrachtung als bloße Zerrbilder entlarven. Angefangen bei der Wunderfrage (es ist doch das Verdienst der neueren wiss. Exegese, dass heute praktisch kein ernstzunehmender Forscher mehr die Tatsache bestreitet, dass der hist. Jesus Wunder gewirkt hat) über die Autorenfrage (die moderne Exegese ist doch schon lange dabei, bspw. die Evangelisten als *Autoren* sehr ernst zu nehmen, und hat übertriebene Auswüchse der formkritischen Methode schon längst selbst kritisiert und oftmals überwunden) bis hin zur Datierung (es gibt heutzutage genügend Exegeten, die Jesu Prophezeiung der Tempelzerstörung für historisch halten und Mk mit guten Gründen trotzdem nach 70 schreiben lassen).

Spitze des Eisbergs ist wohl die hanebüchene Vorstellung, die hist. Wissenschaft sei schuld daran, dass die Leute am Glauben zweifeln. Spindler scheint zu meinen, man sollte sich besser einfach eine fiktive Geschichte ausdenken, um besser an die Bibel glauben zu können. So ein Quatsch. Gerade der von Spindler ins Feld geführte konkrete Geschichtsbezug der christlichen Religion zwingt doch dazu, die Geschichte ernstzunehmen. Um das tun zu können, muss man aber natürlich die polemische Brille ablegen und redlich danach forschen, was wirklich passiert ist. Dazu ist ein kulturkritischer Apologet wie Pater S. offenbar trotz seines gelehrsamen Schreibstils unfähig. Das ist das Dilemma, den Leuten ist der weltanschauliche Kampf wichtiger als die "Wahrheit", die sie im Munde führen.
G. Küppers, Köln hat gesagt…
Sorry, im dritten Satz meines Kommentars ist ein Redaktionsfehler, der das Verständnis erschwert:

"Ich finde es auch sehr ärgerlich, gerade weil Spindler auf schreiberisch gekonnte und auf den ersten Blick gar nicht so unplausible Weise abenteuerliche Klischees verbreitet, ..."

Das hier in spitze Klammern gesetzte "nicht" war zuviel und muss gestrichen werden, danke :-)
Anonym hat gesagt…
HiHiHi!
Was ist mit dem Licht, wenn die Kühlschranktür zu ist???

Und was ist mit Herrn Menzel, wenn Prof. Häfner nicht schreibt???

HiHiHi...
Gerhard Mentzel hat gesagt…
@Herr Küppers,

ich stimme Ihnen zu, dass mit fiktiven Geschichten kein Glaube zu machen ist, der gesellschaftliche Bedeutung hat.

Und wenn heute die Menschen die Theologie nicht mehr ernst nehmen bzw. die auch nicht wirklich was zum Leben in kreativer (zukunftsgestaltender, satt in kurzsichtigem Konsum- und Kapitalegoismus vernichtender oder sich gegenseitig bekämpfender) Vernunft beträgt, dann liegt es nicht allein an der fiktiven Geschichte vom jungen Mann. Der auferstanden ist, von Blindheit... befreite, als Schöpfer auf Erden galt oder diesen offenbarte und daher besser als alle wusste, was im schöpferischen Sinne Recht war und die verfallene Religiösität reinigte, ihr den Teufel austrieb, sie auf neue Beine stellte.

Fiktiver als bei Berger & Co. ist es, aus der Vielzahl von frühchristlichen Texten oder Lehren und Diskussionen, die ein Wesen beschreiben, das all das bewirkte und nur die nach dem Wandel vom Mythos zum Logos (logischer Erklärung der Welt) geltende und in Kultur diskutierte, verschieden definierte Vernunft gewesen sein kann, dann einen heilspredigenden Handwerksburschen herleiten zu wollen.

Auch wenn sich die heutige Wissenschaft völlig einig scheint, dass ein mehr oder weniger wundertätiger Wanderguru mit Namen Jesus am Anfang stand.

Selbst wenn in den Texten (wo erst seit Luther Jesus steht, vorher Hoheitsbezeichnungen, Formel standen oder gar vom Zeus-Pantokrator gesprochen wurde) oder in der Kulturdiskussion (wo logischerweise vom Logos geschrieben wurde, was heute immer Jesus übersetzt wird) von Anfang an "Jesus" gestanden hätte.

Wer die Inhalte der Texte beleuchtet, wie sie heute auf theologische Weise gedeutet werden und hochtheologische Verfasser bedenkt, dem muss doch klar werden, dass es nicht um einen jungen Juden ging, der als Kyniker unterwegs war.

Und noch fiktiver ist, der Diskussion über die Vernunft in spätantiker Hochzivilisation, bei denen die Kaiser, denen Bildung nicht nur heilig war, sondern sie ins Gesetz schreiben wollten, das zu unterstellen, was wir bei Berger & Co. beobachten: Einen jungen Heilsprediger verherrlicht und dann auch noch jahrhundertelang als Vernunft auf Erden diskutiert zu haben.

Auch wenn sich die historisch-kritischen Theologen scheinbar einig sind: Konstantin liefert auf der Homepage den eindeutigen historisch-kritischen Beweis, dass ihr Heilsprediger ein Hirngespinst von Halbaufklärung ist. Es am Anfang um die auch heutiger Aufklärung heilige Vernunft/Weisheit ging, die erst im aufgeklärten Verstand des Alten wieder kulturbedeutend bzw. heilsam wird: mündige Menschen, die sich weiter auf Jesus oder Mohammed berufen, zur gemeinsamen Vernunft bringt.



Gerhard Mentzel hat gesagt…
Herr Prof. Häfner,

machen Sie doch mal mit ihren Studenten einen Exegese-Bashing-Test:

Was ist wahrscheinlicher, dass...

...es den hochtheologischen Verfassern in den biblischen Verhaltensweisheiten um einen jungen Juden ging, der auf geheimnisvolle Weise alles etwas besser wusste bzw. dem sie auf schriftgelehrte Art alte Lehren oder gar ihre Meinung in den Mund legten.

Oder hier die Weisheit gesprochen hat bzw. auf theologische Weise zur Sprache gebracht wurde, die damals nach rationaler Erklärung des Werdens bzw. dem Wandel vom Mythos zu Logos Grundlage aller Verhaltslehren in den verschiedenen Lehren war?

...ein Handwerksbursche für Gott auf Erden gehalten wurde oder in seiner Person den Unsagbaren schöpferischen Grund der Väter offenbarte bzw. das nur Lug und Trug oder ein theologische Täuschung war.

Oder in der unsagbare Grund allen Werdens nun in Vernunft bzw. seiner irdischen Wirk-lichkeit erklärt wurde, offenbar war?

...durch die Wiedererweckung eines Hingerichteten Sektenführers, evlt. nur im Geist seiner Anhänger, der Abfall vom rechten Glauben, die Sünde überwunden war bzw. was sonst noch mit der Auferstehung verbunden wird bzw. das alles nur ein theologischer Traum ohne wirklichen Grund war. (Parusieverzögerung, wir warten noch aufs Christkind...)

Oder durch den Neuverstand der traditionellen Vorstellungen in antiker Aufklärung der alte Monotheismus auf neue Beine gestellt wurde, das bereits im Exil geltende Wort (hebr. Vernunfthandlung) nun in Logik erklärt und in menschlicher Gestalt im Volk lebendig vermittelt wurde?

...die Weisheitslogien, aus denen die biblischen Geschichten abgeleitet sind, die wörtlichen Mitschnitte aus den Reden eines Wanderkynikers waren, der evtl. doch für so was gehalten wurde, wie ihn Berger & Co. bewahren wollen bzw. man den einen Guru schmücken wollte?

Oder ob den Weisheitslogien die Weisheit zugrunde liegt, die damals lebendig war, in Vernunft bzw. dem natürlichen Werden im kulturellen Weiterdenken begründet wurde?

Aber über die Exegese hinaus können Sie auch z.B. fragen:

Ob sich Athanasius und Arius von Alexandrien (wo der Theo-Logos auf philosophische Weise bzw. in der in der Vernunft allen Werdens begründet wurde) gegenseitig der Häresie beschuldigten, weil sie sich über das göttliche Wesen eines Wanderpredigers nicht einig wurden bzw. nur ein fiktives Gebilde der Streitgegenstand war, das nichts mit dem heute Jesus geannten Grund chr. Glaubens zu tun hat?

Oder ob wirklich der Logos, d.h. das Wesen des nun in Vernunft erkärten Werdens bzw. davon ausgehender Weisheit zu Debatte stand?





Klaus-Peter Kuhn hat gesagt…
Leute, geht euch dieser Mentzel auch so auf den Sack wie mir? Ich stelle den Antrag zur Geschäftsordnung, dass Prof. Häfner den einfach rausschmeißt.
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Leute, so einfach ist es. Statt Alternativen zu bieten oder auf Argumente einzugehen, die eine Antwort - auch auf den Streit im theologischen Lager wären - wird der Antrag auf Geschäftsordnung gestellt.
G. Küppers, Köln hat gesagt…
@K.-P. Kuhn: Nein, das unterstütze ich nicht. Vielmehr empfinde ich die Engelsgeduld des Bloginhabers mit den (zweifellos sehr störenden und durch ihr massenhaftes Auftreten geradezu unverschämten) Einlassungen Mentzels als evangelisches Zeichen, das mir beweist, dass da jemand über die Texte der Evv. nicht nur räsoniert, sondern sie auch zu praktizieren versucht.

@Herr Mentzel,
ich lese Ihre Antworten kaum und verstehe sie meist gar nicht richtig. Ihre letzte Antwort an mich war dagegen recht gut zu verstehen, fand ich, vielen Dank dafür. Wenn Ihre Ansichten darauf hinauslaufen, Jesus habe gar nicht wirklich gelebt und sei eine aus Textfälschungen hervorgegangene literarische Fiktion, glaube ich nach allem, was ich anderswo lese, dass diese Hypothese vom hist. Befund her betrachtet längst widerlegt und im Grunde eine VT ist.
Das ändert ja nichts daran, dass man Christus als Personifizierung des vernünftigen Weltgeistes begreifen kann, wenn man will. Antike Logos-Spekulation lässt das wohl zu. Viel mehr weiß ich darüber nicht, und es hat mit dem Thema meines Kommentars auch kaum etwas zu tun.

Wenn Sie mir einen Gefallen tun wollen, antworten Sie mir nicht, da ich Ihre Beiträge wie oben schon gesagt als nervig empfinde und damit auch nicht allein bin. Wenn Sie mir entgegen meiner Bitte doch antworten und mehr als nur ein paar Worte schreiben, fände ich das unverschämt. Jdfs. werde meinerseits ohnehin nicht darauf antworten ;-)
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Ich will nicht unverschämt sein. Aber die antike Logos-Spekulation, die niemand mehr was sagt, kann ich leider nicht stehen lassen.

Auch wenn noch nicht auf unsere empirische Weise, so wurde das kreative Werden in Vernunft (monotheistisch) erkärt und daraus die menschliche Weisheit abgeleitet, die als Jesus, im Orient als Mohammed Geschichte machte. Und wie Konstantin unter der Homepage gerade belegt, hat er für diese auch heute oft geforderte Weisheit eine Kirche/einen einheitlichen Kult gebaut, weil Wissen um das, was weltvernünftig ist, allein nicht reicht.

Wer sagt daher, dass Jesus nicht gelebt hat, die Kirche keinen Grund hätte: Jesus-lebt-wirklich.de.
G. Küppers, Köln hat gesagt…
Ich weiß, dass Sie nicht unverschämt sein wollen (sonst wäre ich auch nicht gegen Kuhns Vorschlag). Aber es ist halt objektiv unangenehm für andere und unverschämt von Ihrer Seite, wenn Sie das Blog mit immer denselben themenfremden Spekulationen zukleistern, obwohl Sie allein schon an den Reaktionen bemerken müssten, dass es stört und - zumal in dieser Masse - ein ganz unangemessenes Verhalten ist.
Dass ich Ihnen entgegen meiner Ankündigung doch antworte und den "Troll füttere", geschieht nur in dem Wissen, dass Sie nicht bösartig und wir alle nicht perfekt sind. Manchmal handeln wir eben unschön, obwohl man es uns tausendmal sagt. Ein weiteres Mal werde ich aber wirklich nicht antworten.
Richard M hat gesagt…
Den Troll bitte nicht füttern.

http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_%28Netzkultur%29
Gerhard Mentzel hat gesagt…
@Richard M.,

wer gibt ihnen das Recht, jemand der auf unvoreingenommene Weise das heute gegebene Wissen auswertet, historische Kritik weiterdenkt und dabei belegt: Nicht nur am Anfang war eine Auferstehung (ein aufgekärtes Verständnis des Alten), als Troll abtun?

Warum die heutiger Aufklärung heilige, aber aufgrund eines leider entleerten Kultes nicht gehaltende Vernunft/Weisheit, identisch mit dem ist, der heute als Jesus oder Mohammed verkündet wird, hat Konstantin auf der Homepage gerade völlig eindeutig belegt.

Ich bitte höflich um geschichtliche Argumente, warum es am Anfang der Kirche doch nicht um das Wesen der Vernunft, sondern nur einen jungen Juden ging.

Frohe Ostern

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