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Korrektur-Erheiterung

Korrekturvorschläge in Textverarbeitungsprogrammen können nicht nur hartgesottenen Realisten die Fähigkeit zum Staunen schenken, sondern auch völlig humorlosen Menschen zur Quelle der Heiterkeit werden. Wer mit LibreOffice  arbeitet, gewinnt mitunter den Eindruck, das Korrektur-Programm müsse aus einem anderen Kulturkreis stammen. Vielleicht erklärt sich auch alles dadurch, dass es an einem 1. April programmiert wurde. Deshalb soll es heute etwas näher besprochen werden Die Theologensprache ist nicht alleine schuld Um gleich einem Anfangsverdacht entgegenzutreten: Das Problem ist nicht darin begründet, dass sich die Theologie in einer abgeschlossenen eigenen Sprachwelt eingerichtet hätte, zu dem einem weltlichen Korrekturprogramm nun einmal der Zugang verwehrt bleibt. Auch »untheologische« Begriffe sind von dem Phänomen betroffen, das man als sprachlichen Parallelkosmos bezeichnen könnte. Wer feststellt, dass eine Aussage  pleonastisch   sei, wird gefragt, ob n...

Warum kein Malachias-Bingo?

Beobachtungen zum ganz normalen Sedisvakanz-Wahnsinn, ein unterschätztes Problem und ein spielerischer Lösungsvorschlag Es ist mal wieder soweit, dass ein Hinweis auf mögliche  Nebenwirkungen gegeben werden muss.  Der leere Bischofsstuhl in Rom stellt die katholische Kirche vor besondere Herausforderungen. Nicht allein die Sedisvakanz gilt es zu verkraften, sondern mehr noch die verschiedenen Versuche, die Zeit bis zur Papstwahl zu überbrücken, und sich dabei in die dialektische Dimension gläubiger Existenz einzuüben. Wir hören, das Konklave sei keine Präsidentenwahl und »entwickele unter Leitung des Heiliges Geistes seine eigene Dynamik« (s. hier ), es gebe keine Personaldebatte, wohl aber Gespräche im Hintergrund (s. hier ). Diese sind gewiss viel geistlicher, verhindern aber nicht, dass die Wahl und die Vorbereitungen dazu dennoch zum Medien-Event wird.  Dass mir bislang ganz unklar war, wie eigentlich die Wahlurnen im Konklave aussehen, lernte ich in der gestrige...

Anschnallpflicht im Papamobil

Gestern ging eine Meldung durch die Medien, die man am ehesten einem Satire-Magazin zuordnen würde. Weil der Papst bei Fahrten im Papamobil anlässlich seines Deutschland-Besuchs nicht angeschnallt gewesen war, wurde er nun als Verkehrssünder angezeigt (s. z.B. hier ). Hat der Anblick des unangeschnallt einherfahrenden Papstes  so erschütternd gewirkt, dass spontan empfundene Empörung über die laxe Verkehrsmoral des Kirchenoberhaupts die Anzeige provoziert hat? Da der Deutschland-Besuch jetzt zwei Monate her ist, scheidet diese Erklärungsmöglichkeit recht sicher aus.  Möglicherweise ist die Sorge um die Verkehrssicherheit dennoch echt. Vielleicht befürchtet der Kläger, alle Besitzer eines Papamobils könnten aufgrund des schlechten Beispiels dazu verleitet werden, künftig auf unseren Straßen den Gurt nicht mehr anzulegen. Damit sie sich nicht auf einen Präzedenzfall berufen können, muss nun hart durchgegriffen werden. Wehret den Anfängen, sonst machen das jetzt alle Päpste so...

In sieben Schritten zur Polemik gegen den Dialog-Prozess

Nach der Lektüre eines neuerlichen Pamphlets aus der Feder von Alexander Kissler blieb nur die Flucht in die Satire (die Warnung vor Nebenwirkungen ist also zu beachten). Der folgende fiktive Text ist ein Strategiepapier der fiktiven Beratungsfirma PolemicConsult , in dem sich die Anweisungen finden, nach denen die Kolumne in The European geschrieben ist. 1. Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen und denken Sie an Ihre Erfolge. Der Versuch, mithilfe eines » Vatikan-Dossiers « gefährliche Spaltungstendenzen in der deutschen Kirche zu diagnostizieren, ist zwar in die Hose gegangen; aber das heißt nicht, dass man das Thema deshalb ad acta legen müsste. Im Fall von Bischof Fürst hat sich ja gezeigt, welch segensreiche Folgen eine wirkungsvoll zugespitze Beleidigungsoffensive haben kann: Er hat in der Folge eine Tagung der Akademie Stuttgart-Rottenburg zum Thema » Sexualität « untersagt .

Aufgespießt und zugespitzt

Zum folgenden fiktiven Text ist die Warnung vor den Nebenwirkungen zu beachten. Wenigstens ein kleiner Beitrag zur fünften Jahreszeit – wenn auch ohne Pappnase und Helau-Ruf.   Unglaubliches hat die Plattform Katholischer Katholiken (PKK) in die deutsche Öffentlichkeit gebracht: Mehrere angeblichen Werke des angeblich großen Theologen Karl Rahner wurden quasi von seiner Putzfrau verfasst! Einen ersten Hinweis entnahmen Journalisten, die für das Journal 144 Giorni (erscheint zweieinhalb Mal im Jahr) arbeiteten, der Monographie »Grundkurs des Glaubens«. Dieses Buch sei so schwer zu verstehen, dass nur ein völlig Ahnungsloser den Titel »Grundkurs« gewählt haben könne, erklärte Bob Woodward, der zusammen mit Carl Bernstein den Fall über mehrere Monate recherchierte. Die Nachforschungen hätten dann aber doch kompliziertere Sachverhalte ergeben.  Der anonym bleibenden Putzfrau (Deckname »Deep throat«) sei durch eine Unachtsamkeit das ganze Schmierpapier des Jesuiten in Uno...

»Das Problem des Memorandums wird sich biologisch lösen«

Zum folgenden fiktiven Text ist die Warnung vor den Nebenwirkungen zu beachten. Alexander Kissler, ein rüstiger Anfangvierziger nur wenige Jahre vor der midlife crisis, hat sich als scharfer Kritiker des Memorandums der Theologen hervorgetan. In einer Aufsehen erregenden Studie hat er nun nachgewiesen, dass das Memorandum gar keine nennenswerte Unterstützung aus der deutschen Professorenschaft erhalten hat. Unser Mitarbeiter Peter Schwarzer sprach mit ihm über diesen Etikettenschwindel . P.S.: Herr Kissler, Sie haben in Ihrer Studie die Altersstruktur der Unterzeichner des Memorandums untersucht und sind auf sensationelle Ergebnisse gestoßen. Was konnten Sie eruieren?  A.K.: Nun, wir haben herausgefunden, dass nicht nur die überwältigende Mehrheit aller Emeriti über 65 Jahre alt ist, sondern auch, dass diese Gruppe einen erheblichen Anteil der Unterzeichner des Memorandums ausmacht. Selbst wenn man die für das Memorandum günstigeren Daten vom 16.2.2011 zugrundelegt, ist die Me...

»Hier dokumentiert sich der groteske Aufstand theologischer Zwerge«

Für den folgenden Beitrag ist die Warnung vor den Nebenwirkungen zu beachten. Die katholische Nachrichten-Site kath.net hat mit Pater Wolfgang Ockenfels ein Interview geführt, das all diejenigen eines Besseren belehrt hat, die meinten, der Tiefpunkt sei bereits in dem Gespräch mit Peter Seewald erreicht worden. Um die Substanzlosgkeit der Polemik zu demonstrieren, wird im folgenden Text das Interview fiktiv gewendet : Die Fragen richten sich an einen Unterzeichner des Memorandums. Deshalb ist die erste Frage ins Gegenteil verkehrt (im Original wurde gefragt, warum der Gesprächspartner die » Petition pro ecclesia  und nicht das Memorandum unterschrieben habe), ansonsten sind die Fragen belassen worden. Und auch die Antworten konnte ich zu weiten Teilen übernehmen. Daran zeigt sich, wie unspezifisch ihr Inhalt ist (nur um diesen Aufweis geht es, nicht darum, die Unterzeichner der Petition zu schmähen; s. zur ernsthaften Auseinandersetzung mit der Petition hier ). Einige Beleidigun...