19. Juni 2015

Sonntagsevangelium (155)

12. Sonntag im Jahreskreis (B): Mk 4,35-41

Die Geschichte von der Stillung des Sturmes ist stark geprägt von Bezügen auf das Alte Testament. Dies zeigt sich zum einen in mehreren Anspielungen und wörtlichen Anklängen an den ersten Teil der Jona-Geschichte.

(1) Bei der Schilderung der Not (Mk 4,37) wird man an Jon 1,4 erinnert. In beiden Fällen begegnet die Reihenfolge »Wind – aufgewühltes Wasser – gefährdetes Schiff«. Außerdem finden wir eine (fast) wörtliche Übereinstimmung:
„Es entstand ein großer Wirbelsturm auf dem Meer.“ (Jon 1,4).
„Und es entsteht ein großer Sturmwind.“ (Mk 4,37)
(2) Der Passagier, der schließlich die Rettung bringt, schläft, als die Gefahr entsteht. Jona steigt in den unteren Schiffsraum, schläft dort und schnarcht (Jon 1,5); Jesus liegt im Heck und schläft auf einem Kopfkissen (Mk 4,38).

5. April 2015

Auferstehung und leeres Grab

Vor einigen Wochen wurde Klaus Berger mit einer erschreckenden statistischen Erkenntnis zum Zustand des Osterglaubens zitiert: »An den theologischen Fakultäten glauben nur zwei von hundert Lehrenden … an die Auferstehung Christi«. (s. hier im 6. Absatz). Bei allem Respekt vor Bergers Gelehrsamkeit: Woher weiß er das? Und wichtiger noch: Was meint er genau? Der Autor des Blog-Beitrags, der ihn zitiert, fragt danach – kaum überraschend – nicht, aber man kann vermuten, wie er den Satz versteht, denn er fährt fort: »Dieses fasste ein katholischer Priester in Baden in einer Predigt so zusammen: 'Die Krippe in Bethlehem war leer und das Grab in Jerusalem war voll.'« Muss man, um an die Auferstehung Jesu zu glauben, daran glauben, dass das Grab leer war? Gehen wir dieser Frage ein wenig nach.

Die Mehrdeutigkeit des leeren Grabes 

Dass das Grab Jesu leer war, spielt im Neuen Testament nur im Zusammenhang der Erzählung vom Gang der Frauen bzw. von Petrus und dem geliebten Jünger zum Grab eine Rolle (Mk 16,1-8; Mt 28,1-8; Lk 24,1-12; Joh 20,1-10). Außerdem setzt die Geschichte vom Betrug der Hohenpriester (28,11-15) beim leeren Grab an. Sie zeigt freilich, wie mehrdeutig das Faktum eines leeren Grabes ist. In keinem Fall führt von ihm ein Weg zum Glauben an die Auferweckung Jesu. Das zeigt nicht nur das von Matthäus angeführte Gerücht vom Leichendiebstahl durch die Jünger (Mt 28,13); auch die Grabesgeschichten selbst sind so angelegt, dass das Leersein des Grabes den Osterglauben nicht begründet (wenn wir vom Sonderfall des geliebten Jüngers in Joh 20,8 absehen). Maria Magdalena meint, der Leichnam Jesu sei fortgeschafft worden (Joh 20,13.15), Petrus kommt angesichts des leeren Grabes über das Sichwundern nicht hinaus (Lk 24,12). Ohne die Botschaft des Engels (»er ist auferweckt worden«) bliebe das leere Grab stumm und offen für gegensätzliche Interpretationen. Schon aus diesem Grund kann sich am leeren Grab der Osterglaube nicht entscheiden.

3. April 2015

Der Sieg am Kreuz

Zum Karfreitag einige Beobachtungen zur Besonderheit der johanneischen Passionsgeschichte. 

Das Johannes-Evangelium unterscheidet sich auch in der Darstellung der Passion sehr stark von den anderen drei Evangelien. Es beschreibt Jesu Leiden nicht als Weg in die Niedrigkeit, sondern stellt sie als ein Geschehen dar, das von Jesus selbst souverän bestimmt wird. Das Kreuz ist nicht Ort von Schmach und Ohnmacht, sondern der Vollendung und Verherrlichung.

Vorverweise im Evangelium

Dass die Passion Jesu in diesem Sinn zu verstehen ist, klärt der Evangelist durch Vorverweise im Verlauf des öffentlichen Wirkens Jesu. Solange die Stunde Jesu nicht gekommen ist, können auch seine Widersacher ihm nichts anhaben (Joh 7,30.44; 8,20). Sie bestimmen ihr Handeln gegen Jesus nicht selbst, sondern sind darin abhängig von der festgesetzten Zeit. Noch klarer äußert sich der johanneische Jesus freilich selbst im Rahmen der Hirtenrede: Niemand hat die Macht, ihm das Leben zu nehmen, er gibt es selbst, von sich aus; er hat die Vollmacht es zu geben und wieder zu nehmen, in Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters (10,18). So wissen die Leser schon vor Beginn der Passion, dass in ihr die Gegner über Jesus keine Gewalt gewinnen.

Der Beginn der Passion in weiterem Sinn

In einem weiteren Sinn kann man die Leidensgeschichte im Johannes-Evangelium bereits in 13,1 beginnen lassen. Diesem Anfang zufolge geht Jesus bewusst ins Leiden: Er weiß, dass seine Stunde gekommen ist (ähnlich Mt 26,1f). Auch die Umschreibung des Todes Jesu als Hinübergang zum Vater gibt schon ein Signal, wie sein Tod zu verstehen ist. Es ist im Sinne dieser Passionsdarstellung nur folgerichtig, dass das von Angst gekennzeichnete Gebet Jesu in Getsemani nicht erzählt wird.

14. März 2015

Exegese-Bashing

Veit Neumann hat mit Klaus Berger Gespräche geführt und daraus ein Buch gemacht (Theologie als Abenteuer). Das Werk schreitet den Lebensweg Bergers ab und bietet ihm zahlreiche Gelegenheiten, die eigene Großartigkeit darzustellen – in einem weiten Bogen von den Bestnoten in Latein und Griechisch über die vollsten Hörsäle und meisten Doktoranden bis zum Errichten von Sandburgen allein mit einer Schaufel (ohne Formen oder Förmchen!). Dass Berger dabei ordentlich austeilt, überrascht nicht. Erstaunlich sind dagegen nicht wenige der Fragen, die den Eindruck auch nur minimaler Distanz zum Gesprächspartner erfolgreich vermeiden. Besonders bedauerlich ist das im Blick auf die öffentliche Debatte um die Kirchenzugehörigkeit Bergers. Ganz ungestört von lästigem Nachfragen darf sich Berger als Opfer inszenieren, das froh ist, das Ganze überlebt zu haben. Zu mehr als »Ich will die Dinge nun nicht gerade herunterspielen« lässt sich der Fragesteller nicht hinreißen, nimmt aber selbst diese Aussage nicht nur durch seinen Fragestil zurück, sondern gleich durch seinen nächsten Satz (»Im Nachhinein hat jemand anderes stets leicht reden«).

Sei's drum, ich will das hier nicht vertiefen. Denn mein Thema ist das Vorwort, in dem der Dominikaner Wolfgang H. Spindler die Keule gegen die historisch-kritische Exegese schwingt. Dieser Beitrag ist nicht nur erstaunlich, sondern in hohem Maße ärgerlich. Um den Ärger etwas zu kanalisieren, wird, wie bereits in einem früheren Fall, ein fiktives Strategiepapier der fiktiven Firma PolemicConsult zitiert (ich bin also in jenem Modus, der den Hinweis auf die Nebenwirkungen notwendig macht). Dieses Papier könnte die Vorlage für das Vorwort abgegeben haben, allein den letzten Rat (7.) hat dessen Autor nicht befolgt.

7. März 2015

Osterpredigt

Der Bischof von Passau, Stefan Oster, hat kath.net kritisiert, und das hat Redaktion und Freunde des Portals ziemlich hart getroffen. Der Gegenwind aus dieser Richtung kam überraschend und war durch keinen Wetterdienst angekündigt. Bischof Oster hat sich nicht nur an der einfachen Textübernahme seiner Predigten gestoßen, die den Eindruck erwecken könnten, die Texte seien kath.net exklusiv überlassen worden. Außerdem tut er sich schwer mit der
»zunehmend tendenziösen Berichterstattung und dem damit einher gehenden Versuch oder wenigstens entstehenden Effekt, eine Polarisierung von Bischöfen, Priestern, Theologinnen und Theologen in klar identifizierbare Lager voranzutreiben … In den Foren wird solche Polarisierung in der Regel vertieft und die Redaktion tut aus meiner Sicht zu wenig, um wirklich auch differenzierte Positionen hören und verstehen zu wollen und zu würdigen«. (s. hier)
Dass man einen Hinweis aus der Pressestelle des Bistums Passau braucht, um nicht einfach ohne Quellenangabe einen Text aus der Facebook-Seite des Bischofs zu kopieren und auf die eigene Seite zu stellen, stellt der journalistischen Arbeit nicht das beste Zeugnis aus. Im Bilderstreit mit dem Bistum Erfurt hatte sich ja bereits gezeigt, dass man bei kath.net das Internet für einen Selbstbedienungsladen hält (s. hier). Der Redakteur Christof T. Zeller-Zellenberg bestätigt dies, wenn er in einem Kommentar zu Osters zweitem Facebook-Post zum Thema schreibt:

23. Januar 2015

Rätselhaftes in der ZEIT

Ein Fundstück: Auf was könnten Fragen zielen, auf die u.a. folgende Antworten zutreffen?
Prostituierte
Erforschung
Reisesegen
Die Zeugung Marias
SMS-Abo für Bibelverse während der Fastenzeit.

5. Januar 2015

Der dunkle Dom

Heute Abend wurde die die Außenbeleuchtung des Kölner Domes während einer Pegida-Demonstration ausgeschaltet, als »unübersehbares Zeichen des Protests gegen Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Rassismus«, wie das Kölner Domkapitel mitteilt. Diese Entscheidung findet nicht nur Zustimmung. Peter Winnemöller hält sie in einem Gast-Kommentar auf kath.net für »peinlich« (s. hier). Er malt ein Bild vor Augen, in dem die Hirten im verdunkelten Haus, »womöglich hinter heruntergelassenen Rollläden« sitzen, während draußen die Schafe vorbeiziehen. Es gehe daneben, wenn »'Kirche' politisch wird, statt sich um Menschen zu kümmern, die als Staatsbürger politisch aktiv werden«. Stromabschaltung statt Seelsorge – ein willkürlich konstruierter Gegensatz, der das Ziel der Abdunklung verkennt.

Winnemöller bezweifelt, dass »die Demonstration von Pegida ein Ausdruck von 'Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Rassismus' sein wird«, denn:
»Die offiziellen Stellungnahmen von Pegida geben das nicht her.« 
Dieser Begründung kann man insofern nicht widersprechen, als die offiziellen Stellungnahmen von Pegida, wenn man dem Positionspapier folgt, fast gar nichts hergeben (auf das »fast« kommt es allerdings noch an).

25. Dezember 2014

Stephanus und die »Hellenisten«

Stephanus ist als der erste Märtyrer der Kirche bekannt. Er hat aber nicht nur durch sein Zeugnis im Tod Bedeutung für die Kirche, sondern mindestens ebenso durch sein Wirken davor. Er gehörte zum Kreis der »Hellenisten«, die in der Apostelgeschichte neben den »Hebräern« genannt werden. Man versteht darunter gewöhnlich zwei Gruppen in der Jerusalemer Urgemeinde, die sich vor allem durch ihre Sprache unterscheiden. Die Hellenisten sind griechisch sprechende Judenchristen, die ursprünglich aus der Diaspora stammten; mit den Hebräern sind aramäisch sprechende palästinische Judenchristen gemeint. Die »Hellenisten« sind also keine Griechen im Sinne von Heiden, auch nicht Juden, die der hellenistischen Kultur angepasst waren.

Beide Gruppen geraten in Konflikt miteinander, nach Darstellung der Apostelgeschichte aufgrund von Missständen bei den gemeinsamen Mahlzeiten: Die Witwen der Hellenisten seien hier übersehen worden. Daraufhin werden sieben Männer ausgewählt (alle mit griechischen Namen), die den Tischdienst übernehmen sollen, damit sich die Apostel ihrer eigentlichen Aufgabe widmen können (Apg 6,1-6). Stephanus ist einer der Sieben, tritt in der Folge aber gerade als Verkünder in Jerusalem auf (6,8-8,1). Auch Philippus, an zweiter Stelle jener Sieben genannt, wird keineswegs als Gemeindepfleger o.ä. vorgestellt, sondern als Missionar in Samaria (8,4-13).

23. Dezember 2014

Pegidaisierung des Abendlands

Ich habe hier nicht vor, auf die Diskussionen um die Montagsretter des Abendlands einzugehen. Aber wer wissen will, warum sich so viele an den Pegida-Demonstrationen beteiligen, könnte auch die Rolle der auflagenstärksten deutschen Tages»zeitung« bedenken. Wie es zur angeblichen Forderung von Politikern und dem Zentralrat der Muslime kam, muslimische Lieder in den Weihnachtsgottesdiensten zu singen, ist auf bildblog.de dokumentiert.

Wenn eine Redakteurin bei einem Politiker anruft und ihn für ihre zu Weihnachten üblichen guten Nachrichten fragt, ob er der Idee zustimmen könne, in Weihnachtsgottesdiensten muslimische Lieder zu singen, und wenn der Politiker darauf antwortet: nein, höchstens wenn auch christliche Lieder in der Moschee gesungen werden, und daraus (wie aus weiteren aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten) die Überschrift gebastelt wird: »Christen sollen im Weihnachts-Gottesdienst muslimische Lieder singen« – dann wüsste ich nicht, wie man besser illustrieren könnte, was Stimmungsmache, Desinformation und Kampagnenjournalismus ist. Man provoziert Aussagen, die dann so eingeordnet werden, dass sich ein weiterer Beleg für die gefürchtete »Islamisierung des Abendlands« präsentieren lässt. 

Dass kath.net darauf einsteigt, überrascht nicht im Übermaß: »Politiker schlagen vor: In Christmetten muslimisches Lied singen«. Es gab im Lauf des Tages zwar ein Update, in dem eine Äußerung des Pressesprechers der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, wiedergegeben wird. Nichts aber zu den Hintergründen der BILD-Kampagne, obwohl die KNA einen entsprechenden Bericht publiziert hat (s. hier) und auch in den Kommentaren auf kath.net darauf hingewiesen wurde. Ob eine solche Korrektur noch vor dem (nicht gebotenen) Gedenktag des Hl. Nimmerlein kommt? Sie nähme fast allen »Lesermeinungen« zu diesem Artikel den Gegenstand der Empörung. 

Eine sei aber eigens erwähnt. Wenn nämlich speedy recht hat: 
»deswegen protestieren die menschen von pegida ...«,
geht die größte Gefahr für das Abendland von seinen patriotisch-europäischen Verteidigern aus.


Update, 23.12.14, 10 Uhr: Anders als vermutet, hat kath.net die Stellungnahme von Omid Nouripour erfreulicherweise bereits an dem für die Kommemoration vorgesehenen Gedenktag des Hl. Johannes von Krakau in einem Update mitgeteilt.

Dass die Vermutung, mit Kampagnen im Stil von BILD würden Pegida-Anhänger erzeugt oder wenigstens bestärkt, nicht abseitig ist, bestätigt eine Meldung in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, die leider ganz der Darstellung in BILD verpflichtet ist und die Hintergründe der Geschichte nicht mitteilt. Unter der Voraussetzung, es sei tatsächlich von einem muslimischen Politiker der Grünen vorgeschlagen worden, es sollten in Weihnachtsgottesdiensten muslimische Lieder gesungen werden, wird der FDP-Politiker Christian Lindner mit den Worten zitiert, solche Vorschläge würden die Menschen »in die Arme der Pegida-Populisten treiben«. Man kann sich der Folgerung kaum entziehen, dies sei das Ziel der perfiden BILD-Aktion gewesen. 

22. Dezember 2014

Rein und unrein

In den Kommentaren kam neulich die Frage auf, wie das biblische Konzept von Reinheit und Unreinheit zu verstehen sei (s. hier). Im Folgenden versuche ich auf die Frage zu antworten. Das ist kein besonders adventliches oder weihnachtliches Thema, einen kleinen kirchenjahreszeitlichen Abstecher habe ich dennoch unternommen. 

Im Alten Testament wird in unterschiedlichen Zusammenhängen von Reinheit und Unreinheit gesprochen. In weisheitlichen und prophetischen Überlieferungen kann mit der Rede von Unreinheit auf moralische Verhältnisse gezielt werden (z.B. Spr 20,9Jes 6,5; Ez 36,17), dies ist aber bereits Metaphorisierung eines ursprünglich anderen Konzepts. Darin geht es allgemein gesprochen um die Kennzeichnung dessen, was von der kultischen Begegnung mit Gott ausschließt oder vom Menschen grundsätzlich zu meiden ist. Unfähig zur Teilnahme am Kult wird man durch alles, was mit den Sphären von Sexualität oder Tod verbunden ist. Menschen mit Hautanomalien sind nicht nur vom Kult ausgeschlossen, sondern können auch von der menschlichen Gemeinschaft abgesondert werden. Bestimmte Tiere kommen nicht als Nahrung in Frage. Gegenstände, die mit unreinem Sphären in Berührung gekommen sind, können diese Qualität übertragen.

Reine und unreine Tiere

Welche Vorstellungen hinter den Bestimmungen bestehen, worin sie begründet oder veranlasst sind, wird in den alttestamentlichen Texten nicht gesagt. Deshalb ist die Deutung schwierig und umstritten. Hinter der Unterscheidung von reinen und unreinen Tieren scheint ein Ordnungsdenken zu stehen. In der Welt wird eine Ordnung erkannt. Was ihr entspricht, ist rein; was sie durchbricht, ist unrein und zu meiden. Das Normale ist, dass Paarhufer Wiederkäuer sind. Paarhufer, die nicht wiederkauen, oder Wiederkäuer, die keine gespaltenen Hufe haben, durchbrechen diese Normalität und sind unrein (s. Lev 11,3-8). Wassertiere haben gewöhnlich Flossen und Schuppen. Was diese Bedingung erfüllt, ist rein. »Alles im Wasser, was keine Flossen und Schuppen hat, sei euch ein Gräuel« (Lev 11,12). Nicht immer wird das Ordnungssystem genannt. Zu den Vögeln wird nur aufgezählt, welche unrein sind (11,13-19; s.a. 11,29f  zu Kleintieren am Boden). Sofern Begründungen geboten werden, zeigt sich aber: Unreinheit besteht dort, wo gegebene Abgrenzungen durchbrochen werden – deshalb vielleicht auch die Aufmerksamkeit für Hautkrankheiten in Lev 13f. Durch die irreguläre Körperöffnung wird eine eigentlich gegebene Grenze geschwächt.