Sonntagsevangelium (123)

5. Fastensonntag: Joh 11,1-45 (oder 11,3-7.17.20-27.33b-45) Die Auferweckung des Lazarus ist das letzte und größte Zeichen Jesu im Johannes-Evangelium. Der Evangelist gestaltet es so, dass die Wundertat die Bedeutung des Wundertäters erweist – vor allem durch den Dialog zwischen Martha und Jesus (11,20-27). Das Gespräch wird eingeleitet durch eine Vertrauensäußerung Marthas: Vertrauen einerseits in die Fähigkeit Jesu zu heilen (»wenn du hier gewesen wärest, wäre mein Bruder nicht gestorben«), andererseits in das besondere Verhältnis Jesu zu Gott, der alles geben wird, um was Jesus ihn bittet (11,22). Diese vage bleibende Aussage hat wohl nur die Funktion, einen Ansatzpunkt für das Verheißungswort Jesu zu bieten. Die Entgegnung Jesu verheißt die Auferstehung des Lazarus in der Zukunft: »Dein Bruder wird auferstehen« (11,23). Die Doppelbödigkeit der Aussage ist noch nicht gleich erkennbar. Martha bezieht sie auf die Erwartung der (allgemeinen) Totenauferstehung am En...