Sonntagsevangelium (127)
4. Sonntag der Osterzeit (A): Joh 10,1-10 Die »Ich-bin-Worte« des Johannes-Evangeliums veranschaulichen in bildhaften Begriffen die Bedeutung Jesu: Er ist in seiner Person das Heil der Menschen. Das in 10,1-5 eröffnete Bildfeld wird in zweifacher Weise metaphorisch genutzt: Jesus erscheint als Hirte und Tür. Die Wendung »Tür der Schafe« (10,7) bleibt zunächst unbestimmt. Ist an die Tür zu den Schafen, oder an die Tür für die Schafe gedacht? Vermutlich wird der Ausdruck bewusst in der Schwebe gehalten, kommt es im Kontext doch auf beide Akzente an. Zum einen Tür zu den Schafen: In 10,8 werden »Diebe und Räuber« genannt, die sich der Schafe bemächtigen wollten. In 10,1 sind »Dieb und Räuber« dadurch bestimmt, dass sie nicht durch die Tür in den Hof der Schafe gelangen. Damit ist gesagt, dass Jesus den einzig möglichen Zugang zu den Schafen darstellt, es gibt neben ihm keinen, der einen legitimen Anspruch auf die Schafe erheben kann; er allein ist der Hirt, d...