28. April 2011

Ein Antwortversuch: Hinweise zu Mt 7,1-5

In den Kommentarspalten ist neulich im Zusammenhang der Debatte um verschiedene Lager in der Kirche die Frage nach der Auslegung von Mt 7,1-5 gestellt worden. Der Leser Stefan Kraft hat dazu geschrieben:
»Einerseits wird verboten zu urteilen - andererseits sagt Jesus in den Evangelien oft genug lautstark seine Meinung (meist aus gutem Grund, wie ich finde). Hält er sich nicht an seine eigene Lehre? Was ist der heutige exegetische Befund?«
Die Passage lautet in der Einheitsübersetzung so:

24. April 2011

Who's who (4) - Lösung

Gesucht wurden verschiedene Personen aus den Passionsgeschichten - meist Nebenfiguren, die nur kurz auftreten und häufig namenlos bleiben (hier).

Zur ausführlichen Lösung mit weiteren Hinweisen bitte weiterlesen.

22. April 2011

Who's who (4) - Rätsel

Gesucht werden heute verschiedene Personen aus den Passionsgeschichten - meist Nebenfiguren, die nur kurz auftreten und häufig namenlos bleiben. 

1. Ein Hausbesitzer, der auf eine fast geheimagentenartige Weise gefunden wird. 

2. Zwei Männer, die etwas verlieren: der eine seine (spärliche) Kleidung, der andere ein Körperteil.

3. Eine Frau aus der Oberschicht, die am Morgen des Karfreitags eine unruhige Nacht hinter sich hat.

4. Ein Nordafrikaner, Vater von mindestens zwei Söhnen, der eine kurze, aber beschwerliche Wegstrecke zurückzulegen hat.

5. Eine Gruppe von Befehlsempfängern, die sich für eine Lüge bezahlen lassen. 

6. Eine Gruppe von Frauen, die sich etwas spät Gedanken darüber machen, wie sie eigentlich dort hineinkommen können, wo sie hineinwollen.

Ausführliche Lösung mit weiteren Hinweisen am Ostersonntag.

17. April 2011

Die vier Evangelisten sind folgende drei: Maria und Josef

Auf ein unglaubliches Fundstück bin ich bei bildblog.de gestoßen. Diese äußerst lesenswerte Seite wurde ursprünglich gestartet, um Fehler, Kampagnen und Verletzungen von Persönlichkeitsrechten durch die Bild-Zeitung zu dokumentieren. Inzwischen hat sich das Beobachtungsfeld auf die Medien im Allgemeinen ausgeweitet, und so hat bildblog.de eine Nachricht des Hamburger Abendblatts mitgeteilt, die fast schon wie eine Satire auf heutiges Bibelwissen klingt. Die Zeitung meldete, dass zwei Journalisten das Neue Testament als Magazin an die Kioske gebracht hätten. In diesem Zusammenhang wurden die vier Evangelisten erwähnt:
»Lothar, Markus, Lukas, Johannes.«
Man könnte den Autor für einen Schelm halten und annehmen, er habe mit dem ersten Namen einen verrätselten Hinweis auf Matthäus für Kenner gegeben. Warum bleiben dann aber in den drei anderen Fällen die überlieferten Namen stehen? Denkbar wäre ja auch folgender Rätselspruch zu den vier Evangelisten gewesen:
»Lothar, Baur, Podolski, Bitter«.
Ich habe jetzt zwei Handballer hineingemogelt (da fallen mir die Namen spontan etwas leichter ein). Und ich muss zugeben, dass die Logik vom Vor- zum Nachnamen wechselt; außerdem, dass ich »Podolski« von bildblog geklaut habe.

Anstatt uns über das Hamburger Abendblatt zu ärgern, sollten wir uns freuen, dass wenigstens einer seiner Leser den Fehler bemerkt hat.

16. April 2011

Der Zölibat - eine apostolische Tradition? (3)

Im dritten Teil werden die Aussagen des Paulus in 1Kor 7 untersucht, einer der ergiebigsten neutestamentlichen Textabschnitte zu unserem Thema. Anders als im ersten und zweiten Teil tritt die Auseinandersetzung mit dem Buch von Stefan Heid, Zölibat in der frühen Kirche (Paderborn 1997, 3. Auflage 2003), in den Hintergrund, weil sich zu der Behandlung von 1Kor 7 aus meiner Sicht keine grundsätzlichen Rückfragen ergeben ‑ bis auf einen Punkt, der zum Schluss zur Sprache kommen soll. 

Paulus geht in 1 Kor 7 vor allem auf Fragen zu Sexualität, Ehe, Ehescheidung und Ehelosigkeit ein. In diesem Zusammenhang trifft er auch eine Aussage über seinen eigenen Stand: er ist unverheiratet. Wenn es in 7,7 heißt: »Ich wünschte, alle Menschen wäre wie auch ich«, so will er sich nicht in jeder Hinsicht als Vorbild präsentieren, sondern im Blick auf die verhandelten Fragen. So heißt es im nächsten Vers: »Den Unverheirateten und Witwen sage ich: Es ist gut, wenn sie so bleiben wie auch ich.« (7,8) Paulus selbst war also nicht verheiratet, und es gibt keinen Hinweis, dass dies erst für die Zeit seiner apostolischen Tätigkeit gelten würde, er also Witwer gewesen wäre oder sich von einer Ehefrau getrennt hätte. Er unternimmt jedenfalls nichts, um sich speziell Witwen oder Witwern als Vorbild zu präsentieren. Und er bespricht zwar das Thema der Trennung von Ehegatten (7,12-16), lässt aber einen biographischen Hintergrund auch nicht im Ansatz durchblicken. Von der Praxis der übrigen Apostel, die ihre Missionsreisen mit ihren Ehefrauen unternahmen (1Kor 9,5; s. dazu den 2. Teil), setzt sich Paulus also nicht in dem Sinne ab, dass er sich von seiner Frau getrennt oder diese zu Hause gelassen hätte. Wie in der Diskussion um den Familienstand Jesu (s. dazu den 1. Teil) ist auch hier das Schweigen zu einer Ehefrau in einen klärenden Kontext eingeordnet, der die Schlussfolgerung erlaubt: Es hat diese Frau nicht gegeben. Die Vergleichbarkeit mit Jesus endet allerdings beim Umfang der auswertbaren Aussagen über Ehe und Ehelosigkeit: Wir wissen wesentlich mehr darüber, wie Paulus in diesen Fragen gedacht hat.

12. April 2011

kath.net – der Theologenpranger

Der Montag entwickelt sich zum Wochentag der kommentarwürdigen Äußerungen (s. hier, hier und hier). Heute ist es keine Erklärung, die eine Reaktion provoziert, sondern die Darstellung der Begrüßungsrede des Dekans der Katholisch-Theologische Fakultät Münster, Klaus Müller (pdf-Dokument hier), durch das Nachrichtenportal kath.net. Dort werden die Aussagen Müllers so präsentiert, dass in den Kommentaren die Empörungsmaschinerie anlaufen kann und schärfste Konsequenzen gefordert werden – Gott sei Dank dadurch begrenzt, dass Scheiterhaufen heute nicht mehr als Lösung des Ketzerproblems angesehen werden.

Zur Erklärung des Vorgangs gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist die Redaktion von kath.net intellektuell nicht in der Lage, die Aussage Müllers zu verstehen, an der sie ihren Artikel aufhängt; oder sie biegt den Text bewusst so um, dass all der Geifer ungehemmt abgesondert werden kann, der für die Kommentarspalten dieser Seite so typisch ist. Keine der beiden Möglichkeiten ist besonders beruhigend.

11. April 2011

Who's who (3) - Lösung

Biblische Personen in ungewohnter Beschreibung. Gesucht wurde eine weibliche Gestalt aus dem Alten Testament.

Die gesuchte Frau hatte mit Männern kein Glück. Ihr erster Mann starb früh, dies tat auch der zweite, der mit ihr keine Kinder zeugen wollte (allerdings dafür indirekt und absichtslos ein sachlich nicht zutreffend gebildetes deutsches Fremdwort erzeugte). (hier noch einmal der ganze Text).

Zur ausführlichen Lösung bitte weiterlesen.

9. April 2011

Who's who? (3) - Rätsel

Biblische Personen in ungewohnter Beschreibung. Heute eine weibliche Gestalt aus dem Alten Testament.

Die gesuchte Frau hatte mit Männern kein Glück. Ihr erster Mann starb früh, dies tat auch der zweite, der mit ihr keine Kinder zeugen wollte (allerdings dafür indirekt und absichtslos ein sachlich nicht zutreffend geildetes deutsches Fremdwort erzeugte). Obwohl die Gesuchte eigentlich ein Anrecht auf einen dritten Kandidaten hatte, wurde dieser ihr vorenthalten. Denn sie stand fälschlicherweise im Verdacht, eine ungesunde, ja tödliche Wirkung auf ihre Ehemänner zu haben. So blieb sie Witwe. Die Geschichte, wie sie dennoch zu Kindern kam, ist nicht ganz alltäglich und zeigt die Entschlossenheit und Klugheit jener Frau. Sie konnte offenbar gut einschätzen, wie es um den Hormonhaushalt eines Verwandten der älteren Generation stand und setzte diesen zur Erzeugung von Nachkommenschaft ein. Zu ihrem eigenen Schutz sorgte sie auch vor für einen (nach damaligen Möglichkeiten) zweifelsfreien Vaterschaftstest. Jener Verwandte, beim Zusammentreffen mit der Frau zu geistiger Betätigung offensichtlich nicht hinreichend aufgelegt, durchschaute nicht, was da wirklich gespielt wurde, und wurde so zum Vater von Zwillingen, die eigentlich seine Enkel hätten sein können. Es mag verwundern, aber diese etwas seltsame Familienkonstellation hat es bis ins Neue Testament geschafft. 

Ausführliche Lösung in Kürze.

5. April 2011

Das nächste Gegen-Memorandum: die »Fuldaer Erklärung«

Nach zwei Montagen, an denen Kardinal Joachim Meisner zu den Debatten um das Memorandum Stellung bezogen hatte, tritt in der dritten Woche nun das »Forum deutscher Katholiken« auf den Plan. Es hat, da gerade in Fulda versammelt, eine »Fuldaer Erklärung« veröffentlicht, die beim Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 18. März 2011 beginnt und beim erwarteten Papstbesuch im September endet. Das ist ein erstaunlich weiter Rahmen für eine Erklärung, die keine DIN-A4-Seite umfasst (gut 2000 Zeichen). Die Verbindung wird geschaffen durch, man ahnt es, den Dialogprozess, der jetzt beginnen soll. 

Kruzifix und Kirchenreform 

Es war aber offensichtlich nicht ganz einfach den Überstieg in die aktuelle Diskussion zu finden. In der Fuldaer Erklärung heißt es: 
»Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes verschafft uns eine Atempause. Denn wir müssen uns fragen, ob die Selbstsäkularisierung der Kirche nicht eine wesentliche Ursache der Säkularisierung dieser Welt ist.«