31. März 2011

Der Zölibat ‑ eine apostolische Tradition? (2)

Der erste Teil hat sich mit der Frage befasst, welche Ansatzpunkte die Jesustradition der Evangelien für das Urteil bietet, der Zölibat sei eine apostolische Tradition. Nun geht es um die nachösterliche Mission der Jesusjünger. Gesprächspartner bleibt Stefan Heid, dessen Buch »Zölibat in der frühen Kirche« (Paderborn 1997, 3. Auflage 2003) als Referenzwerk der »Zölibatsforschung« gilt.


Fortsetzung des enthaltsamen Lebens?


Die nachösterliche Mission ist nach Stefan Heid dadurch gekennzeichnet, dass die Apostel die enthaltsame Lebensweise fortgesetzt haben. Wie die bisherige Erörterung gezeigt hat, ist die Grundlage dieses Urteils äußerst unsicher: Der Nachweis, dass die vorösterliche Jesusbewegung grundlegend durch Ehelosigkeit (oder sexuelle Enthaltsamkeit trotz bestehender Ehe) gekennzeichnet war, lässt sich nicht führen. Das bestätigen indirekt Überlegungen, die Heid anführt, um die Fortsetzung der enthaltsamen Lebensweise zu begründen. Zu Mt 19,12 (dem so genannten »Eunuchen-Spruch«, s. dazu im ersten Teil) schreibt er:
»Das Evangelium überliefert das Eunuchenlogion nur deshalb, weil es so markant war und als bleibendes Vermächtnis nach wie vor Gültigkeit beanspruchte.« (Zölibat 25).

29. März 2011

Offener Brief, nicht offener Dialog (2)

Kommt jetzt jeden Montag ein Schreiben des Kölner Erzbischofs zur Lage der Kirche angesichts des Theologen-Memorandums? Kardinal Joachim Meisner hat sich eine Woche, nachdem er das Memorandum erschrocken und betrübt zurückgewiesen hat, erneut öffentlich geäußert, dieses Mal mit einem komparatistischen Ansatz: das Memorandum wird mit der »Petition pro Ecclesia« verglichen, denn es sind oft »die Kontraste, die das Wesen einer Sache deutlicher zum Vorschein bringen«. Das mag sein. Es besteht allerdings bei solcher Absicht auch die Gefahr, dass man die Kontrasteinstellung künstlich verstärkt, um nicht nur das Wesen der einen, sondern vor allem das Unwesen der anderen Sache zu unterstreichen. 

Was haben die Memorandisten falsch gemacht? Offenbar alles. Sie haben 
»Forderungen unterbreitet, die im Großen und Ganzen auf eine Demokratisierung und Säkularisierung der Kirche hinauslaufen«. 

26. März 2011

Erdbeben als apokalyptische Katastrophen?

Die Erdbeben in Haiti, Chile und vor allem jetzt in Japan provozieren offenbar apokalyptische Deutungen. Robert Spaemann hat in einem Interview mit »Christ und Welt« vorsichtig eine Verbindung zwischen sich häufenden Naturkatastrophen und biblischen Endzeitszenarien bejaht (13/2011, eine nicht ganz lesefreundliche Fassung kann man sich hier erblättern). Den Hinweis des Interviewpartners, dass im Matthäus-Evangelium die Rede sei von Hungersnöten und Erdbeben als Katastrophen vor dem Ende, ergänzt Spaemann: »Ja, und vom Rauschen des Meeres und Erschütterungen des Himmels«. Er trägt eine solche Deutung ausdrücklich nicht als zwingende Schlussfolgerung vor und kann sich auch andere Szenarien vorstellen, meint aber dennoch: »Wenn solche Ereignisse sich häufen, dann haben wir allen Anlass, sie als Zeichen zu nehmen.«

Ich nehme dieses Urteil zum Anlass, einige Überlegungen zum Sinn apokalyptischer Endzeitszenarien in der Bibel anzustellen. 

22. März 2011

Offener Brief, nicht offener Dialog

Gestern hat Kardinal Joachim Meisner ein Schreiben veröffentlicht, in dem er sein Erschrecken und seine Betrübnis über das Theologen-Memorandum bekundet. Dieser Text beurteile »die Lage der Kirche mit Zustandsbeschreibungen und Forderungen, denen man fast in jedem Punkt widersprechen bzw. Korrekturen entgegensetzen müsste«. Dass dies nur für fast jeden Punkt gelten soll, lässt aufhorchen. Gibt es also doch wenigstens eine Sache, über die man reden kann? Man wüsste es gerne, erfährt aber nichts dazu, denn der Kardinal nimmt den Konjunktiv ernst: Man müsste in fast in jedem Punkt widersprechen, er tut es aber nicht. Oder doch? Die Fortsetzung lautet:

19. März 2011

Der Zölibat ‑ eine apostolische Tradition? (1)

In der öffentlichen Diskussion der letzten Wochen um Reformen in der katholischen Kirche stand seit dem Vorstoß führender CDU-Politiker die Frage des Zölibats im Vordergrund. Die ablehnende Reaktion Kardinal Brandmüllers hat unter anderem behauptet, es sei gesicherte Forschungsmeinung, dass der Zölibat eine apostolische Tradition sei. Für einen Neutestamentler ist das eine erstaunliche Einschätzung. Wenn von Werken der »Zölibatsforschung« gesprochen wird, die diese Einschätzung stützten, dürfte vor allem an das Buch von Stefan Heid gedacht sein: Zölibat in der frühen Kirche, Paderborn 1997; 3. Auflage 2003). Es lohnt also, den Argumentationsgang zu betrachten, der sich auf die neutestamentlichen Zeugnisse bezieht. Der erste Teil befasst sich mit der Jesus-Tradition.


Das Beispiel Jesu

Hat Jesus selbst ehelos gelebt? Die Frage ist umstritten, weil zum Familienstand Jesu nichts ausdrücklich überliefert ist. Es wird nirgends in der urchristlichen Tradition gesagt, Jesus sei verheiratet gewesen; aber auch nicht, er habe keine Frau gehabt. Ein Schweigen ist immer mehrdeutig: Manche erklären es mit der Tatsache, dass Jesus der Norm entsprochen habe und verheiratet gewesen sei. Da eine solche Selbstverständlichkeit kein überlieferungswürdiges Faktum gewesen sei, fänden wir nichts in den Quellen zum Familienstand Jesu. Andere meinen, es sei deshalb nichts von einer Ehefrau Jesu überliefert, weil es eine solche nicht gegeben habe. Das klingt nach einer Patt-Situation in der historischen Rückfrage. Dies trifft aber nur scheinbar zu.

16. März 2011

Who's who? (2) - Lösung

Biblische Personen in ungewohnter Beschreibung. Gesucht wurde eine männliche Gestalt aus dem Alten Testament. 

Der verhinderte Bauherr neigte bisweilen zu extremen Handlungsweisen. Zum Selbstschutz spielte er den Verrückten, als Tänzer machte er sich lächerlich ‑ jedenfalls in seinem engsten Umfeld ... (hier noch einmal der ganze Text).

Zur ausführlichen Lösung bitte weiterlesen.

15. März 2011

Biblisches Ausmaß?

Man kann ins Grübeln kommen, wenn sich angesichts der furchtbaren Erdbeben-Katastrophe in Japan hierzulande der Blick auf wirtschaftliche Sieger und Verlierer richtet: »Windkraftanbieter profitieren, Versorger verlieren«, schreibt das Handelsblatt. Wahrscheinlich kann eine Wirtschaftszeitung auf solche Aspekte nicht verzichten. Sie benennt auch andere Profiteure, etwa den Nachrichtenkanal N24, der sich über ein gesteigertes Zuschauerinteresse in der werberelevanten Zielgruppe freuen kann. Vielleicht ist es kleinkariert, in diesem Zusammenhang einen sprachlichen Kollateralschaden zu beklagen, da doch viel Schlimmeres zu beklagen ist. Da wir es aber mit einem Fall von Begriffsverwirrung geradezu babylonischen Ausmaßes zu tun haben, lasse ich das Bedenken beiseite. 

Der Chef des Nachrichtenkanals N24, Torsten Rossmann, sagte dem Handelsblatt zur Berichterstattung über die Folgen des Erdbebens in Japan in einer heute nicht seltenen Redewendung:
»Es gibt ein unvorstellbares Zuschauerinteresse an dieser Apokalypse biblischen Ausmaßes.« (hier)

14. März 2011

Das umstrittene Memorandum (3)

Anmerkungen zum »Memorandum 'plus' Freiheit« 

Das »Memorandum 'plus' Freiheit« ist eine »Antwort von Studierenden und AbsolventInnen der kath. Theologie auf das Memorandum Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch«. Zur Zeit haben 51 Unterzeichner auf diese Weise ihre »Enttäuschung über das 'Memorandum' zum Ausdruck« gebracht. Ich will das Gespräch mit diesem »Gegenmemorandum« aufnehmen und auf die Antwort antworten.

Was will ein Memorandum? 

Zunächst scheint es mir sinnvoll, auf den Charakter eines öffentlich vorgelegten Memorandums hinzuweisen: Ein solcher Text ist kein theologischer Traktat. Zumindest die kritische Frage an das Theologen-Memorandum »Ist das Theologie heute?« ist deshalb klar zu verneinen. Über die Folgefrage »Ist das die Weise, wie Theologen und Theologinnen sich zu Wort melden sollen?« kann man diskutieren. Ich nehme an, dass einige Kollegen und Kolleginnen nicht unterzeichnet haben, weil sie diese Art des öffentlichen Diskurses kritisch sehen und für wenig erfolgversprechend halten. Und man kann darüber streiten, ob der Text des Memorandums im Blick auf die theologische Begründung mehr hätte investieren können. Zu bedenken ist aber auch: Der Bezug auf die »Freiheitsbotschaft des Evangeliums« hat ein begrenztes Ziel; er liefert einen theologischen Ansatz im Blick auf die benannten Handlungsfelder und erhebt nicht den Anspruch, diese Freiheitsbotschaft umfassend theologisch zu entfalten.

12. März 2011

Who's who? (2) - Rätsel

Biblische Personen in ungewohnter Beschreibung. Heute eine männliche Gestalt aus dem Alten Testament.

Der verhinderte Bauherr neigte bisweilen zu extremen Handlungsweisen. Zum Selbstschutz spielte er den Verrückten, als Tänzer machte er sich lächerlich ‑ jedenfalls in seinem engsten Umfeld. Zwar stieg er zu bedeutender Position auf, dies war ihm aber nicht in die Wiege gelegt, hatte es doch zunächst den Anschein, dass ihm eine musikalische Karriere bestimmt war (auch später hat man sich besonders an diese Begabung erinnert). Die Wende kam mit einem folgenreichen Zweikampf, zu dem der Gesuchte als krasser Außenseiter antrat und dann doch einen Überraschungssieg landete. Dass er mit dem Unterlegenen nicht zimperlich umgegangen ist, lässt sich als Vorverweis auf spätere Grobheiten verstehen. Er unternahm brutale Raubzüge und betätigte sich auch als Schutzgelderpresser, der Gewalttat nicht scheute, um ein Exempel zu statuieren. Das drohende Blutbad wurde verhindert durch die Klugheit einer Frau und die Empfänglichkeit des Gesuchten für Frauenschönheit, die sich auch in einer nicht unerheblichen Zahl von Ehefrauen niederschlug und ihm quasi noch auf dem Totenbett zugeschrieben wurde. Allerdings blieb diese Empfänglichkeit nicht harmlos, sondern führte zu einer äußerst unschönen Geschichte, die für zwei Unschuldige tödlich endete. Unserem Helden mangelte es dabei zunächst ein wenig an Unrechtsbewusstsein, was die (gattungskritisch interessante) Intervention eines Propheten nötig machte. Betrachtet man die überlieferte Biographie der gesuchten Person, kann man sich ein wenig wundern, dass sie in die Erinnerung Israels als positive Figur eingegangen ist.

Ausführliche Lösung in Kürze.

8. März 2011

Das umstrittene Memorandum (2)

Anmerkungen zur »Petition Pro Ecclesia«

 

Die Ablehnung des Memorandums Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch hat sich in der Petition Pro Ecclesia eine Plattform geschaffen, auf der sich zur Zeit 11.000 Unterstützer versammelt haben. Die Petition ist eine klare Absage an eine Diskussion über die Punkte, die im Professoren-Memorandum benannt wurden.

Das Memorandum als Bedrohung

Diese Verweigerung des Dialogs ergibt sich für die Unterzeichner notwendig aus der Einschätzung der Lage: die Petition sieht im Memorandum offensichtlich »die Grundfeste der Kirche ... zur Disposition gestellt«. Deshalb ergeht die Bitte an die Bischöfe, sie mögen dafür sorgen, dass Forschung und Lehre an den Theologischen Fakultäten »im Einklang mit der Lehre der Kirche« erfolgen. Wer eine solche Bitte ausspricht, formuliert ein Ziel, das erst noch erreicht werden muss. Dasselbe gilt für das erbetene Signal, »dass ein Theologiestudium nur mit der Kirche – niemals gegen die Kirche – sinnvoll sein kann«. Aus dem Memorandum wird also abgeleitet, dass die Unterzeichner ein gegen die Kirche gerichtetes Theologiestudium vertreten. Als Ziel der Petition wird festgehalten: »Wir legen sie vor, um zu bekräftigen, dass der Glaube an den Dreifaltigen Gott, wie ihn uns die Apostel und ihre Nachfolger überliefert haben, lebendig ist«. Was macht solche Bekräftigung dringlich? Da sie im Kontext des Memorandums der Theologen erfolgt, wird offenbar angenommen, dass in diesen Kreisen der Glaube an den Dreifaltigen Gott nicht mehr lebendig sei. Und nur so erklärt sich auch der Vorwurf, das Verhalten der Theologen sei unredlich, täusche und führe in die Irre. Verschleiert wird, so der unausgesprochene Vorwurf, dass mit den Forderungen des Memorandums an den Grundfesten der Kirche gerüttelt wird.

7. März 2011

Aufgespießt und zugespitzt

Zum folgenden fiktiven Text ist die Warnung vor den Nebenwirkungen zu beachten. Wenigstens ein kleiner Beitrag zur fünften Jahreszeit – wenn auch ohne Pappnase und Helau-Ruf. 

Unglaubliches hat die Plattform Katholischer Katholiken (PKK) in die deutsche Öffentlichkeit gebracht: Mehrere angeblichen Werke des angeblich großen Theologen Karl Rahner wurden quasi von seiner Putzfrau verfasst! Einen ersten Hinweis entnahmen Journalisten, die für das Journal 144 Giorni (erscheint zweieinhalb Mal im Jahr) arbeiteten, der Monographie »Grundkurs des Glaubens«. Dieses Buch sei so schwer zu verstehen, dass nur ein völlig Ahnungsloser den Titel »Grundkurs« gewählt haben könne, erklärte Bob Woodward, der zusammen mit Carl Bernstein den Fall über mehrere Monate recherchierte. Die Nachforschungen hätten dann aber doch kompliziertere Sachverhalte ergeben. 

Der anonym bleibenden Putzfrau (Deckname »Deep throat«) sei durch eine Unachtsamkeit das ganze Schmierpapier des Jesuiten in Unordnung geraten. Sie sammelte die Blätter ein und legte sie willkürlich geordnet mit der beschriebenen Seite nach oben. Es sei klar, so die Autoren des Beitrags in 144 Giorni, was dann passierte: Der vertrottelte Professor habe den Stapel für das Manuskript seines nächsten Buches gehalten. Und weil die Theologie an den deutschen Fakultäten seit dem Tod des Thomas von Aquin in einem so beklagenswerten Zustand sei, habe auch keiner der Kolleginnen und Kollegen den Irrtum bemerkt. Auf ähnliche Weise seien auch vier Bände der »Schriften zur Theologie« entstanden (der Inhalt der übrigen Bände wird gerade aus dem Briefwechsel mit Luise Rinser rekonstruiert). Es sei also an der Zeit, den großen Theologen zu entzaubern und in tiefschürfender Analyse das ätzende Säurebad der Theologie zu entlarven und anzuprangern. Dieser Aufgabe hat sich nun Guido Horst in der Tagespost gestellt. Dankenswerterweise hat er mit der Veröffentlichung nicht bis zum 1. April gewartet, so dass kein Zweifel daran aufkommt: die Sache ist ernst gemeint.
*************************

In der Diskussion um Zölibat und Priestermangel hat die Stiftung Pro risu mundi einen neuen Preis ausgelobt. Mit ihm sollen originelle Analysen der Ursachen des Priestermangels ausgezeichnet werden. Der Vorsitzende der Stiftung, Dr. Rudi Mentär, erläuterte die Initiative: »Wir hatten es einfach satt, immer dieselben Antworten zu hören, sei es, dass der Zölibat als unzeitgemäß gebrandmarkt, sei es, dass auf den Gläubigenmangel hingewiesen wurde. Durch die Wiederholung der immer gleichen Argumente kommt man ja nicht weiter, selbst wenn sie richtig sein sollten.« Erste Preisträgerin des mit 7000 Cent dotierten Preises ist Henny Pütt aus Paderborn, die in einer Leserzuschrift an die Tagespost u.a. schrieb: 

»Der Priestermangel liegt nicht daran, dass Berufungen daran scheitern, dass sie zum Zölibat 'gezwungen werden', sondern vor allem an der jahrzehntelangen Abtreibung. Es heißt in Js. 49: 'Der Herr hat mich berufen vom Mutterleib an.' Wie viele Berufungen sind durch die schreckliche Abtreibung verloren gegangen. Lebten diese Menschen noch, hätten wir genügend Priester. Es ist also unsere eigene Schuld, also auch die der CDU–Politiker, dass es zu diesem Priestermangel gekommen ist.« 

Dr. Mentär dankte ausdrücklich der Redaktion der Tagespost, dass sie diese originelle Zuschrift nicht unterdrückt und somit die Preisverleihung möglich gemacht habe (Anm. d. Red.: der Beitrag ist inzwischen nicht mehr erreichbar). Henny Pütt erklärte bei der Preisübergabe: »Ich wollte einfach einmal ausprobieren, wie weit man gehen kann. Jetzt weiß ich: ziemlich weit.«

*************************

Ein Wettbewerb anderer Art ist in den Kommentarspalten der Internetseite kath.net im Gange. Offenkundig wird darum gekämpft, wer die unflätigsten Beschimpfungen der Professoren formulieren kann (einer der Favoriten: der äußerst kommentaraktive M.Schn-Fl). Ein Beobachter der Szene, der nicht namentlich genannt werden will: »Zwar scheint es zunächst so, als hätte das Interview von Peter Seewald (»Wer Wind sät, wird heiße Luft Sturm ernten«) nach Art eines konditionierten Reflexes die scharfen Reaktionen ausgelöst. Aber diese Erklärung reicht kaum aus. Denkbar sind zwei Szenarien: Entweder hat tatsächlich jemand einen Preis ausgesetzt auf den Beitrag, der am kunstvollsten eigene Ahnungslosigkeit mit beleidigender Aggressivität kombiniert. Oder es wurde die Kommentar-Parole ausgegeben: Wir sind zwar nicht kreuz.net, aber verdammt nah dran!«

5. März 2011

»Professorengesocks«: inkompetent – irrelevant – arrogant

Die Stimmungsmache von kath.net gegen die Unterzeichner des Memorandums

Das Fachorgan für Beschimpfung der Theologen, die das Memorandum »Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch« unterzeichnet haben, schwört seine Leserschaft weiter gegen die »Memorandisti« ein. Nach den Pamphleten von Peter Seewald (s. dazu hier) und Pater Wolfgang Ockenfels (s. dazu hier) erschienen weitere Beiträge, mit denen in erster Linie Stimmung gemacht werden sollte. Die drei Stichworte in der Überschrift bringen die jeweilige Stoßrichtung auf den Punkt: Diese Professoren sind inkompetent (Michael Schäfer: Die 'Memorandisti' und die Theologie), sie sind irrelevant (Manfred Lütz: Theologieprofessoren sind völlig irrelevant, hier also direkt in der Überschrift), sie sind arrogant (George Weigel: Die 'Chuzpe' der deutschen Theologen; Original hier). Wie gut die Strategie auf die Leserschaft abgestimmt ist, zeigt sich in den Kommentaren, denen auch der Hoheitstitel in der Überschrift, »Professorengesocks«, entnommen ist (Martyria am 1.3.2011). 

Im Glashaus der Inkompetenten 

Unglücklicherweise entspricht der Wucht der Polemik die Tiefe des Gedankens nicht. Michael Schäfer setzt im ersten der drei genannten Beiträge zu umfassender Kompetenzbestreitung an: den Verfassern und Unterzeichnern des Memorandums mangelt es an kirchengeschichtlicher, religionssoziologischer, liturgischer und überhaupt theologischer Kompetenz. Es muss eine furchtbare Verirrung der letzten Jahre und Jahrzehnte gewesen sein, dass gleich so viele dieser umfassend Inkompetenten zu Lehrern und Lehrerinnen der Theologie werden konnten. Nun gut, mag man sich denken, es geschehen eben seltsame Dinge: in der Musikbranche hält sich auch viel unterirdisch Schlechtes über Jahre, ohne dass eine vernünftige Erklärung des Phänomens gelingt. Vielleicht ist das auch in der Theologie so? Schauen wir näher zu, wie der Inkompetenznachweis geführt wird. 

Eine erstaunliche Beobachtung gleich zu Beginn: Bis auf die Bestreitung der theologischen Kompetenz, die etwas ausführlicher behandelt wird, wird die Inkompetenz aus jeweils einem Satz abgeleitet – eine bedauerlich dünne Urteilsbasis. Bemängelt wird die Rede von der »beispiellosen Krise«, weil doch die Kirchengeschichte größere Krisen gesehen habe. Diese Kritik hat Alexander Kissler in seinem offenen Brief an die Theologen begründet, seitdem wird sie besinnungslos wiederholt (auch hier und in dem Beitrag von George Weigel, der noch besprochen wird). Man darf aber darauf hinweisen: wenn gemeint wäre, dass dies die größte Krise der Kirche sei, hätte man das auch so gesagt. »Beispiellos« ist nicht synonym mit »größter«. Es geht um eine Krise, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat: Sie besteht wesentlich im Glaubwürdigkeitsverlust der Institution, hervorgerufen durch Fehlverhalten von Vertretern dieser Institution und vor allem durch das jahrelange Vertuschen jenes Fehlverhaltens. Man mag sich beruhigen: Auch die Unterzeichner wissen, dass es größere Krisen in der Kirchengeschichte gegeben hat. Aber das hilft uns in der gegenwärtigen Situation nicht. 

Die mangelnde religionssoziologische Kompetenz leitet Schäfer aus der Formulierung des Memorandums ab, die aus der Kirche Ausgetretenen hätten »der Kirchenleitung die Gefolgschaft gekündigt«, während der Austritt doch »in aller Regel der Endpunkt eines schleichenden Prozesses des Glaubensverlustes und der an diesen Glauben geknüpften kirchlichen Bindung« sei. Wenn die Formulierung des Memorandums dies bestreiten und den Kirchenaustritt als einen plötzlich hereinbrechenden Akt der Trennung behaupten wollte, könnte man der Kritik Schäfers zustimmen. Jene Formulierung spitzt aber auf einen bestimmten Aspekt zu und will keine umfassende religionssoziologische Analyse sein. 

Die liturgische Kompetenz wird bestritten mit der Kritik an dem Satz: »Die Liturgie lebt von der aktiven Teilnahme der Gläubigen«. Schäfer meint: »nur umgekehrt wird ein (theologischer) Schuh daraus: 'Die Gläubigen leben von der aktiven Teilnahme an der Liturgie'.« Warum das so sein soll, sagt er nicht. Ich finde beide Sätze richtig. Entscheidend ist die aktive Teilnahme – Anliegen der liturgischen Bewegung und der Liturgiereform. 

Theologische Kompetenz wird den Unterzeichnern dort abgesprochen, »wo es um das Grundverständnis jener Kirche geht, um die sie sich so fürsorglich Gedanken machen.« Zitiert wird der Satz des Memorandums: »Die Kirche ist kein Selbstzweck.« Irritierenderweise kritisiert Schäfer diesen Satz, argumentiert selbst aber im Folgenden für die »Zweckfreiheit der Kirche«. Da im Memorandum nirgends von einem Zweck der Kirche die Rede ist, löst sich diese Spannung nur auf, wenn Schäfer folgendes annimmt: Wer einen Selbstzweck der Kirche ablehnt, nimmt einen anderen Zweck an. Diese abenteuerliche Schlussfolgerung verliert ihren Sinn völlig, sobald man die Aussagen über die Sendung der Kirche miteinander vergleicht. Schäfer schreibt: »Natürlich hat die Kirche auch eine Sendung und einen Auftrag – einen 'Zweck' hat sie nicht.« Und wie heißt im Memorandum die Fortsetzung des Satzes, der die »Selbstzwecklichkeit« der Kirche ablehnt? Die Kirche »hat den Auftrag, den befreienden und liebenden Gott Jesu Christi allen Menschen zu verkünden.« (Hervorhebungen von mir) Wenn es um Inkompetenz geht, sitzt Schäfer selbst im Glashaus ‑ möglicherweise recht einsam. 

Ein zweiter Beleg für die theologische Ahnungslosigkeit der »Memorandisten« wird aus dem Satz abgeleitet: »Nur wenn Selbst- und Fremdbild der Kirche nicht auseinanderklaffen, ist sie glaubwürdig.« Schäfer entsetzt sich über das »Ausmaß an spießigem Säkularismus ..., der sich in dem Wunsch nach Übereinstimmung von 'Selbstbild' und 'Fremdbild' ausdrückt.« An dieser Reaktion zeigt sich: Man kann Texte auch mit Gewalt missverstehen. Schäfer deutet den Satz so, dass gefordert würde, das Selbstverständnis der Kirche müsse mit dem Selbstverständnis außerhalb der Kirche übereinstimmen: »Wie könnte jemand, der der Kirche nicht angehört, also 'fremd' von außen auf sie schaut, ihr Selbstverständnis teilen? Wenn er es aber teilt, wie könnte er ihr 'fremd' bleiben?« Völlig ausgeblendet bleibt hier der Hauptsatz der zitierten Passage: »... ist sie glaubwürdig.« Beachtet man ihn, kann nur gemeint sein: Die Kirche muss dafür Sorge tragen, dass sie außerhalb ihrer selbst als das wahrgenommen kann, was sie selbst ist; andernfalls ist sie nicht glaubwürdig. Es geht also nicht um eine »Säkularisierung« der Kirche, die Spannung zwischen Kirche und Welt wird im Memorandum nicht geleugnet. Wenn man ihm aber solche Leugnung unterstellt, kann man natürlich wieder von den staatlich finanzierten Lehrstühlen sprechen und damit die Professoren mit dem Vorwurf des Eigeninteresses belasten. Auch Schäfer verzichtet nicht auf diesen Textbaustein der Kritik am Memorandum. 

Die mächtigen Irrelevanten 

Manfred Lütz erfasst ein Dilemma der Theologen: Einerseits haben sie »in Deutschland sehr viel Macht«, andererseits werden sie »nicht mehr wahrgenommen« und sind »völlig irrelevant«. Wie ist das möglich? In der Umschreibung der Macht löst sich das Rätsel: »wenn sie einmal Professor sind, können sie eigentlich machen, was sie wollen, und lehren, was sie wollen. Ihnen kann keiner mehr was.« Der despektierliche Tonfall schließt aus, dass es hier um das Humboldtsche Ideal der Freiheit von Forschung und Lehre geht. Nahegelegt wird vielmehr: die Professoren haben Freiheit zur Willkür, das ist ihre Macht. Wem solche Freiheit gelassen wird, der muss sich nicht wundern, dass er in den intellektuellen Debatten in Deutschland nicht vorkommt: nicht in den großen Zeitungen, schon gar nicht in den Talkshows, wie Lütz feststellt. Ja, die Talkshows! Da laufen, wie man weiß, die großen intellektuellen Debatten. Wie schrieb Alexander Kissler in seinem offenen Brief an die Unterzeichner des Memorandums, also in anderem Zusammenhang? »Man liest und fühlt sich veralbert.« (Nachtrag 7.3.: Arnd Brummer hat seine Erfahrung mit dem intellektuellen Niveau von Talkshows hier sehr eindrücklich beschrieben.)

Das »Altersargument«, ein weiterer Topos der Memorandums-Schelte, wird angedeutet, wenn es heißt, dass »eine bestimmte Generation immer wieder dieselben Anliegen vorbringe« und diese Generation von den »jungen Leuten« abgesetzt wird. Zumindest in der Wiedergabe auf kath.net bietet diese Position allerdings eine offene Flanke: Für Lütz stehe fest, »dass Kirchenthemen vor allem bei jungen Leuten nicht vorkommen«. Der Gegensatz zielt darauf, das Anliegen des Memorandums als Sache von gestern zu kennzeichnen, mit der die junge Generation nichts zu schaffen habe. Wenn man sich nicht auf die binnenkirchliche Perspektive beschränkt, könnte die Aussage, dass Kirchenthemen bei jungen Leuten nicht vorkommen, auf beunruhigende und viel grundsätzlichere Weise Recht haben. 

Dass der Tonfall des Memorandums nicht immer glücklich ist, gebe ich gerne zu. Wenn aber gesagt wird, es werde darin »auf die Kirche eingeprügelt«, ist entweder die Aussage falsch oder unsere Wörterbücher müssen neu geschrieben werden. Die Wortwahl vom »Einprügeln« bringt erst die Aggressivität ein, die dem Memorandum vorgeworfen wird. Abschließend wird festgestellt, ein Dialog beginne immer einseitig, nicht durch beiderseitige Dialogbereitschaft, sondern dadurch, dass einer mit einem anderen zu reden beginne. Und »je wertschätzender er das tut, je respektvoller er das tut, desto eher wird der andere Lust haben zu antworten.« Das mag so sein. Man gewinnt allerdings nicht den Eindruck, dass diese »Einseitigkeit« grundsätzlich gelten soll. Sie dient vielmehr allein als Vorwurf an die »Memorandisten«. 

Möglicherweise ist das Interview mit Manfred Lütz im Original differenzierter. In der Wiedergabe auf kath.net ist es jedenfalls so zugespitzt, dass in den Kommentaren das große Amen gesprochen werden kann: »Genauso ist es! Danke, Herr Lütz«, schreibt ein Kommentator, der sich unbescheiden Petrus Canisius nennt.

Der Herzenskenner

Viel über mich gelernt habe ich aus dem Kommentar von George Weigel. Er weiß, dass ich »[i]m Hinblick auf den bevorstehenden Heimatbesuch von Papst Benedikt XVI.« unterzeichnet habe. Das war mir zuvor gar nicht bewusst. Erstaunlich auch, welch intime Kenntnisse dieser Biograph Johannes Pauls II. über die »Verbindung der Unterzeichner zum liturgischen und pastoralen Leben der Kirche« besitzt. Nur bei wenigen sei das eine »ernstzunehmende und durchgetragene Verbindung«. Woher weiß er das? Ihm müssen geradezu übernatürliche Fähigkeiten zu Gebote stehen. 

Leider verlassen ihn diese Fähigkeiten, wenn er sich an überprüfbare Aussagen macht. Er behauptet, die Unterzeichner des Memorandums würden die »Weihe von verheirateten Männern und Frauen zum priesterlichen Dienstamt« unterstützen. Das steht so nicht im Text. Auch Weigel versteht »beispiellos« im Sinn von »größter« und verweist auf die viel größere Krise zur Zeit des Nationalsozialismus. Und wenn es um Wertungen geht, steht ihm plakative Anklage in höherem Maß zu Gebote als mühevolle Differenzierung. Dem Memorandum zufolge soll sich der »Katholizismus ... in eine weitere liberal-protestantische Sekte verwandeln, indem er praktisch in jedem Streitpunkt zwischen dem klassischen Christentum und der Alltagskultur des postmodernen Westens nachgibt.« Es gibt nur dieses »entweder - oder«; die Frage, wie die Vermittlung von Evangelium und Alltagskultur gelingen kann, bleibt ausgeblendet. Für das frühe Christentum war dies in Phasen des Übergangs eine sehr entscheidende Frage. Das Problem des Umgangs mit geschiedenen Wiederverheirateten wird reduziert auf die Tatsache, dass diese »in irregulären Ehen leben«. Treffend ist der rechtliche Charakter der Frage erfasst. Genau dies stellt aber eine Verengung des Problems dar. Nicht jeder Betroffene will den Weg über ein Verfahren zur Annullierung der ersten Ehe gehen, das (vorsichtig ausgedrückt) nicht immer als ehrlich empfunden wird.

Bei der Frage, ob nicht auch die Theologen Verantwortung für die schwierige Lage der Kirche trügen, wird in scharfer Analyse die historisch-kritische Bibelauslegung gebrandmarkt. Weigel fragt: »Hat die Tendenz deutscher Theologie, die Bibel eher als ein Präparat zu behandeln, das man seziert, denn als ein Geschenk, welches mit dem vollen Spektrum der Interpretationswerkzeuge (einschließlich dem Blick des Glaubens) studiert wird, etwa nichts zu tun mit der heutigen Glaubenskrise in einem Land, in welchem sogar die Sprache durch Luthers Bibelübersetzung geformt wurde?« Die Frage verdient eine Antwort, auch wenn sie keine erwartet: Nein, diese (hier tendenziös umschriebene) Tendenz hat mit der Glaubenskrise nichts zu tun. Wer's gern einfach hat, kann ja zu solchen Erklärungen flüchten. Andere könnten fragen, wie es zu solcher Bibelauslegung kam, und dabei den Zusammenhang mit der geistesgeschichtlichen Wende entdecken, die die Aufklärung bedeutete. Historisches Denken wurde nicht von böswilligen Theologen aufgebracht. Die Theologie musste auch auf diese Entwicklungen reagieren, wenn sie sich nicht in geistige Isolation begeben wollte. Dass dies mit schweren innerkirchlichen Kämpfen verbunden war, wirkt sich bis heute belastend aus (s. dazu Peter Neuner, Der Streit um den katholischen Modernismus, Frankfurt a.M. 2009). 

Den großen Coup hat sich Weigel bis zum Schluss aufbewahrt. Weil das Memorandum mit einem Bezug auf den Seewandel des Petrus endet, stellt er die beeindruckend gewitzte Frage an die Professoren: »Würde bitte ein jeder von Ihnen, der glaubt, dass Petrus auf den Wasser gegangen ist, die Hand heben?« Unser Herzenskenner weiß, auch ohne abzuzählen, dass sich wahrscheinlich keine Hand hebt. Aber was soll diese Übung? Offensichtlich soll angedeutet werden: Wer den Gang des Petrus nicht für eine historische Begebenheit hält, sondern für eine Episode über den (Klein-)Glauben, der hat kein Recht, sich auf diese Geschichte zu beziehen. Wir waren schon mal weiter. 

Ein Hauch von Differenzierung 

Es sei nicht verschwiegen, dass es auf kath.net auch zur Wiedergabe differenziert kritischer Äußerungen kommen kann (s. hier). Abtprimas Notker Wolf wird gar zitiert mit den Worten über das Memorandum: »Vieles von dem, was ich gelesen habe, sollte verwirklicht werden.« Auch das Interview mit Franz-Xaver Kaufmann aus der Frankfurter Rundschau wird angeführt, in dem das Wort von der »Entfremdung zwischen Kirchenleitung und Gläubigen« erscheint. Allerdings ist auch aufschlussreich, was aus dem Interview alles ausgelassen und den Lesern von kath.net nicht mitgeteilt wird (s. hier). Es kommt offensichtlich in erster Linie darauf an, dass die zitierten Äußerungen eingebettet sind in kritische Stellungnahmen zum Memorandum. So wird, wie die Kommentare zu diesem Beitrag zeigen, eine Verunsicherung der Leserschaft glücklich vermieden.

1. März 2011

Friede unsrer Asche?

Da sich Exegeten intensiv mit Texten befassen, stoßen sie sich bisweilen an sprachlichen Stolpersteinen, über die andere leichtfüßig hinwegschreiten. Das Leben wird dadurch nicht einfacher, wird man doch von der Mitwelt nicht selten als jemand angesehen, der Klugheit auf dem Verdauungsweg produziert (das sollte jetzt eine vornehme Umschreibung für ein derbes Wort sein, das ich manchmal zu hören bekomme). Ich selber wäre froh, wenn ich so leicht zu diesem Ziel käme.

Der KNA- Newsticker meldet heute Alarmierendes: »Die Mehrheit der Deutschen wird eingeäschert«! Da bekommt der vielzitierte Titel des Buches, dessen Autor mir gerade entfallen ist, einen ganz neuen Sinn: »Deutschland schafft sich ab«. Undeutlich wird im Passiv formuliert (»wird eingeäschert«), doch die Frage ist dringlich: Wer steht hinter dieser ungewöhnlichen Aktion? Wer trennt zwischen der einzuäschernden Mehrheit und der überlebenden Minderheit? Was kann man unternehmen, um der Einäscherung zu entgehen? 

Während ich noch über diese letzte Frage nachsinne, gibt die Fortsetzung der Meldung die Antwort: am sichersten entgeht man der Einäscherung, indem man nicht stirbt: »Die Zahl der Feuerbestattungen in Deutschland steigt weiter an.« 55 Prozent der Verstorbenen werden eingeäschert. Sie sind hoffentlich nicht die Mehrheit der Deutschen.