Weihnachtsgruß

Allen, die in diesen Tagen hier vorbeischauen, wünsche ich von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Einen neuen Beitrag gibt es heute nicht, nur den Verweis auf die Ausführungen zur Weihnachtsgeschichte vom vergangenen Jahr.

Außerdem füge ich noch einen Link auf das Weihnachtsdossier des Münchner Kirchenradios an, in dessen Rahmen ich auf einige Fragen zum Weihnachtsfest aus neutestamentlicher Perspektive eingehe.

Frohe Festtage!

Kommentare

Gerhard Mentzel hat gesagt…
Danke Herr Prof. Häfer für ihre Erleuterungen beim Münchner Kirchenradio. Sie sind ein echtes Weihnachtspräsent: Machen deutlich, was den Menschen bzw. Denkern damals präsent war und heute wieder Geschenk werden könnte, in dem die Vernunft deutlich wird, die hinter dem historischen Geschehen steckt.

Allein schon in der Bezugnahme auf den Beginn des Weihnachtsfestes nach dem 4. Jahrhundert im Übernehmen des heidnischen Sonnenkultes wird klar, was wir an Weihnachten feiern: Unseren Zeitungsständer wegen des heutigen Besuches aufräumend, hatte ich Gestern gleichzeitig zufällig eine Untersuchung über Constantin den Großen in der Hand und seine Einflussnahme auf den Donatistenstreit. (von Klaus Rosen.) Allein hier wird deutlich, was man damals als urchristlich dachte, wie man sich auf Jesus berufend auf hochphil.Weise (Neuplatonismus, Stoa, Logoslehre) mit der neuen Monotheismusbegründung (dem neuen Bund) beschäftigte und wie wenig das mit dem Jesuskind bzw. Wunderheiler zu tun hatte, den man heute für historisch hält und in die Krippe legt.

Denn auch wie zeit- und kulturvernünftig die einfachen Geschichten und Bilder waren, die der Legende nach die Kaisermutter damals anschleppte und warum auch solche Darstellungen, wie sie an Weihnachten aufgrund von Lukas und Matthäus von Mutter Kirchen und ihrem Kanon zelebriert werden, wird beim Blick auf die Geschichte, nicht zuletzt die heidnischen Vorbilder deutlich.

Und wenn nur zwei der unzähligen Verfasser auch noch verschiedene Geburtsgeschichten berichten, die wie Sie sagen, keinen Geschichtsbericht geben wollten, sondern theologische Aussagen, dann macht auch das präsent, dass es an Weihnachten nicht um die Geburt eines Wandergurus geht, sondern um die Geburt des lebendigen Wortes: Der damals diskutierten, vormals auch in der Sonnenordnung selbst vergötterten schöpferischen Vernunft, die vernünftigerweise unter das jüdische Gesetz gestellt, nur so in der bekannten Geschichtsgestalt historisch zum echten Heil für die Welt wurde.

Ja, wir feiern den Retter. Doch wenn ein egal wie gearteter antiker Wanderpediger, dessen Bild bis zur Aufklärung als göttlich getragen hat, der Welt nichts mehr zu sagen hat, er keinen universalen Monotheismus oder gemeinsame Verantwortung mehr begründen kann, dann sind kath. Wissenschafter gefragt: Nach der Gegenwart bzw. Präsenz einer Vernunft zu fragen, durch die die kreative/schöpferische Gegenwart in der Welt, wie sie mündige Menschen in Verant-wort-ung nehmen könnte, wieder Weihnachts-Präsent wird.
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Von politischen Herrschern und Ideologien, dem aufgeklärten Wissen bzw. allein ökoloigscher Einsicht/Vernunft ist auch heute keine Rettung zu erwarten. Auch das ist uns im Geschichtsverlauf präsent geworden. So wenig wie damals von Augustus, der als verheißener Messias gesehen wurde.

Doch wenn heute klar ist, dass weder Lukas noch Matthäus die banale Geschichte von der Geburt eines jungen Wanderpredigers schreiben wollten, der nach heutiger Lesweise zum Guru wurde. Wenn diesen griechischen Denkern so wenig, wie den im Namen von Konstantin in urchristlicher Auseinandersetzung Briefe verfassende philosophisch argumentiertenden Denkern zu unterstellen ist, dass sie den vor Augen hatten, der heute als historisch gilt. Dann wäre es unvernünftig, das Geschehen als Verherrlichung eines Heilspredigers oder jetzt nur eines geheimnisvollen hoheitlichen Konstrukes deuten zu wollen.

Weder ein Wanderprediger, der vergeblich angehimmelt wurde, wie das heute nicht nur in prot. Kirchen gepredigt und dieser dann trotzdem als Heiland hingestellt wird, noch ein dogmatisch-geheimnisvollen Konstrukt, das dann meist zum persönlichen Gott wird, haben heute der Welt was zu sagen.

Im historisch-kritischen Kurzschluss nicht nur die hoheitlichen oder theologischen Aussagen aus der Weihnachtsgeschichte ausmerzen zu wollen, wäre sicher ebenso falsch, wie die historische Geschichts-Gestalt zu verleugnen, wie sie Lukas schildert und wie sie statt Herkules & Co. oder entleerte jüd. Gesetzlicheit Heil für die westliche Welt war, geschichtlich wurde.

Die Vernunft, die das in wenigen Stunden wieder Segen für die ganze Welt spendende Oberhaupt der kath. Kirche vor dem Deutschen Bundestag in Bezug auf das "hörende Herz des Salomo", wie die Stoa in wissenschaftlicher/ökologischer Welterklärung als dem menschlichen Recht vorausgehend zu bedenken gab, kann aber zum Segen bzw. Weihnachtspräsent werden, wenn Wissenschaftler sich nicht nur auf einen Wanderprediger beziehen, sondern auch die Vernunft deutlichen machen, die sich hinter der geschichtlichen, weihnachtliche Wirk-lichkeit werdenden Gestalt verbirgt.

Ich geb die Hoffnung auf einen Jesus nicht auf, der heute Präsent ist, an Weihnachten in Zukunft aufgeklärt von mündigen Menschen nicht nur gefeiert wird. Der grenzüberschreitend in die Verant-wort-ung nimmt, nach der heute in den Kirchen so viel gefrufen wird und die allein politisch nicht zu machen ist.
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Sehr geehrter Herr Prof. Häfner,

bevor die "frohen Festtage" vorbei sind, bitte ich Sie, wie die gesamte kath. Wissenschaft nicht nur im Namen der vier Kleinen, die Gestern unterm Weihnachtsbaum über mich kletterten oder ihrer Nichten und Neffen, mit denen wir am Abend feierten, sondern der Kinder der Welt, den Weg für ein aufgeklärtes, kulturgerechtes Verständnis des ewigen Wortes und damit eine kulturverant-wort-lich, schöpferisch gerechte Lebensweise zu ermöglichen.

Allein mein Wissen und Denken ist völig vergebens.

Was nützt es das ewige Wort, das wir nach den gestrigen Worten der Vikarin Hören und Halten sollen, im ökologisch bzw. als Evolution beschriebenen kreativen Fluss allen Lebens gegenwärtig ist bzw. uns das Wissen gegeben ist, was im schöpferischen Sinne zukunftsvernünftig wäre?

Was nützt es dieses Wort als das verstehen zu wollen, über was unsere Pfarrerin in Bezug auf Hesekeiel in "Weltzeit" als gegeben predigte. Und im Hören dieses Wortes das historische und verheißene Israel, den wahrhaft in Bethlehem geborenen König des bildlosen monotheistischen Bundes/Kultes zu sehen, wie er auch von Lukas zurecht in Jesus beschrieben wurde und nur so in der Menschheitsgeschichte wahrhaft messiansiche Wirkung entfalte, nachweislich geschichtliche Wirklichkeit war.

Vom Oberhaupt der kath. Kirche, das als Anwalt schöpferischer Vernunft gilt, diese als Rechtsgrundlage in ökologischer Welterkärung vor dem Bundestag zu bedenken gab und sie oft auch als mit Verstand einsehbares Wesen des chr. Gaubens bezeichnet, kann ich kaum erwarten, was in vielen unter "theologie-der-vernunft.de" zu findenen Briefen gebeten und in "Vision schöpferischer Vernunft" beschrieben. Wie soll das Oberhaupt der Kirche, deren Mitglieder von Kind auf gelehrt wurden, dass gegen das Wissen bzw. oft auch die Vernunft zu glauben ist (wie es aktuell die Weihnachtsausgabe in ihrem Titel SPIEGELelt) und das auf die Dogmatik von einem göttlichen Wanderprediger seine gesamten Lehren baute, den Anstoß geben können, Jesus bzw. ewige Wort auf zeitgemäße Weise zum Ausdruck bzw. Verstand zu bringen.

Doch wenn der Ruf nach Friede zwischen den Kulturen, nach "Brot für die Welt" oder einer sonst schöpferisch gerechten Lebensweise nicht nur pharisäerhaft sein soll. Wenn mündige Menschen das ewige Wort nicht nur bestätigt durch bzw. im Ein-verständnis mit der Bibel aufgeklärt verstehen sollen.

Wenn Christen in gemeinsamer Begeisterung für den seit dem Sternenstaub inzwischen emprisch beschriebenen kausalen Lebensfluss mit Tränen in den Augen vom Kind im Statt und der Krippe in Bethlehem singen sollen, um so nicht nur an Weihnachten oder Sonntags die notwendige kulturgerechte Kraft zu schöpfen, um dieses ewige Wort am Werktag zu halten, sind Sie gefragt.

Mit echter Hochachtung vor Ihrer Arbeit und hoffend auf Antwort.

(Auch wenn es nur ein Argument wäre, warum doch nur Wanderprediger historisch war oder von dessen buchstäblichem Glauben das Heil für Morgen ausgehen würde.)

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