Weihnachtlicher Faktencheck-Check-Check

Michael Hesemann hat die ZDF-Sendung »Das Geheimnis der Geburt Jesu« (ZDF, 25.12.12, 19.30 Uhr) gesehen und dabei hohe gesundheitliche Risiken in Kauf genommen, wäre ihm dabei doch beinahe »der Weihnachtsbraten im Halse stecken geblieben«. In einem kath.net-Interview legt er die Gründe für die Essstörung dar, indem er den »Faktencheck« der Sendung Punkt für Punkt durchgeht. Immerhin drei von zwölf Aussagen finden Zustimmung (Jesus war Jude, eine Ausnahmeerscheinung, für die Ärmsten der Armen da). Der Rest aber wird als »geradezu hanebüchen« eingeordnet. Betrachten wir im folgenden Check diesen Check des ZDF-Faktenchecks einmal etwas eingehender. 


Die 
»Lehrmeinung« der historisch-kritischen Exegese

Die Kritik beginnt mit einer Breitseite gegen die historisch-kritische Exegese. Die Darstellung in der Fernsehsendung

»entsprach zwar der Lehrmeinung der 'historisch-kritischen Exegese', doch diese ist längst durch viele historische Fakten und archäologische Funde widerlegt worden, wie ich in meinen Büchern aufzuzeigen versuche.« 
Mit Polemik geizt dieser Satz nicht. Die Rede von der »Lehrmeinung« (die es in der historisch-kritischen Exegese nicht gibt) unterstellt, es seien »dogmatische« Gründe, die das negative Ergebnis bei der historischen Auswertung der »Kindheitsgeschichten« begründeten. Wenn »viele historische Fakten und archäologische Funde« die Ansichten der historisch-kritischen Exegese widerlegen, dann halten die Exegeten offensichtlich wider besseres Wissen an bestimmten Ansichten fest. So entsteht ein häufig anzutreffendes Muster: Der Außenseiter bringt die Wahrheit, während die verblendete Zunft von Fachleuten in ihren liebgewonnenen Vorstellungen gefangen bleibt. Dass sich bestimmte Urteile deshalb halten, weil gute Gründe für sie sprechen, ist in diesem Muster nicht vorgesehen. Die Zurückweisung der »Lehrmeinung« macht es sich denn auch gewöhnlich zu leicht.

Zu Jes 7,14 und der jungfräulichen Empfängnis

So lässt sich die Einschätzung, dem Motiv von der geistgewirkten jungfräulichen Empfängnis ginge es um eine theologische Aussage über die Bedeutung Jesu als Sohn Gottes, nicht mit dem Argument abweisen, dass Jes 7,14 im Judentum nicht auf den Messias gedeutet worden 
sei. Dies ist schon insofern angreifbar, als in der griechischen Übersetzung der Prophetenstelle, auf die der Begriff »Jungfrau« (παρθένος) zurückgeht, das angekündigte Kind Züge einer Heilsgestalt annimmt. Wichtiger aber ist: Auch wenn keine entsprechenden Vorgaben in der jüdischen Auslegungstradition vorhanden waren, können die frühen Christen bei ihrer Deutung der Person Jesu auf Stellen wie Jes 7,14 zurückgegriffen haben. Hesemann zeigt dies indirekt selbst, wenn er zu Matthäus formuliert:
»Der Evangelist versucht krampfhaft, nachzuweisen, dass in Jesus von Nazareth die Schrift erfüllt wurde, indem er nach allem sucht, was auch nur irgendwie zu seiner Vita passt.« 
Wenn der Evangelist »krampfhaft« nach Schrifterfüllungen sucht, dann muss er das Wissen um Entsprechungen in der Vita Jesu nicht voraussetzen – gerade bei solch unüberprüfbaren Aussagen wie der von der geistgewirkten Empfängnis. Hesemann meint, solche rein theologisch (bzw. christologisch) ausgerichteten Aussagen seien zur Abfassungszeit der Evangelien unmöglich gewesen, weil 
»der Schwindel zu einer Zeit, als noch Augenzeugen lebten, von den Gegnern Jesu aufgedeckt worden wäre.« 
Einmal abgesehen davon, dass Begriffe wie »Taschenspielertricks« und »Schwindel« nicht das treffen, was mit einer theologisch ausgerichteten Auslegung der »Kindheitsgeschichten« gemeint ist; und abgesehen davon, dass man in historischen Fragen die Möglichkeit eines »Schwindels« nicht von vornherein ausschließen kann – wie soll man sich Hesemanns Argument in der Praxis vorstellen? Die geistgewirkte, jungfräuliche Empfängnis ist ihrer Natur nach kein Sachverhalt, den man sich aus Angst vor besserem geschichtlichen Wissen durch Gegner versagen müsste. Auch in der Zeit, in der Augenzeugen noch lebten, wird in diesem Fall niemand Augenzeugenschaft reklamieren. 

Das tut auch Michael Hesemann nicht, auch wenn er erstaunliche historische Sicherheit in Vaterschaftsfragen gewinnt: 
»Wenn wir etwas sicher wissen, dann, dass Josef nicht der leibliche Vater war.« 
Dies »geht ganz klar aus den Evangelien hervor«. Ein historisch belastbares Argument ist damit noch nicht vorgetragen, und das zeigt sich auch deutlich in anderen Formulierungen: »als Christ« sage er, Hesemann, in der Menschwerdung Gottes habe Gott machtvoll gewirkt; einer frommen Jüdin aus bestem Hause (?) sei eine voreheliche Affäre nicht zuzutrauen (nur nebenbei: das müsste man natürlich auch nicht annehmen, wenn man Josef für den leiblichen Vater hält). Dass Jesus in Mk 6,3 als »Sohn der Maria« bezeichnet wird, ist ebenfalls kein durchschlagendes historisches Argument, zumal die Wendung dort den Einwohnern Nazareths zugeschrieben wird, die Jesus ablehnen. Sie hat also nichts mit der Anerkennung einer geistgewirkten Zeugung zu tun. 

Krippe, Stall, Haus?

Die Diskussion darüber, ob Jesus in einem Haus geboren wurde, will ich hier nicht näher aufnehmen. Der Text des Lukas-Evangeliums erwähnt nur eine Futterkrippe, keinen Stall; außerdem einen Gastraum (
κατάλυμα), in dem kein Platz für Maria und Joseph war (s. dazu auch hier). Matthäus bietet für eine Geburt unter ungewöhnlichen Umständen überhaupt keinen Anhaltspunkt. Hesemann ist sich sicher: »Fakt ist nur, dass Jesus in einer Stallhöhle geboren wurde, wie weit diese auch immer vom nächsten Haus entfernt lag.« Schade, dass sich diese Entfernung nicht genauer bestimmen lässt. 

Der 
»Stern von Bethlehem«

Den Stern aus Mt 2 historisch mit Blick auf astronomische Erscheinungen auszuwerten ist insofern ein kühnes Unterfangen, als dieser Stern sich nicht wie eine normale astronomische Erscheinung verhält. Ob man sich an »die dreifache Jupiter-Saturn-Konjunktion« hält (7/6 v. Chr.) oder an »die Supernova im Sternbild Adler« (5 v.Chr.) – man müsste erklären, wie eine solche Erscheinung einen bestimmten Ort auf der Erde bezeichnen kann (Mt 2,9). Wollte man darauf erwidern, Gott könne eine natürliche Himmelserscheinung benutzen und auf ungewöhnliche Weise einsetzen, um die Magier nach Bethlehem zu Jesus zu führen, so bleibt die Frage: Welchen Sinn hat dann noch die Suche nach normalen astronomischen Erscheinungen, wenn sie zur Erklärung doch nicht ausreichen? Es ergeben sich noch weitere Fragen. Hesemann meint:

»... eine 'Marketingstrategie der Evangelisten' war der Stern bestimmt nicht, dafür waren diese beiden Himmelsphänomene zu auffällig und – für antike Astrologen wie die Magoi – zu bedeutungsschwer.«
Hier hat er insofern recht, als es nicht um eine Marketingstrategie der Evangelisten (ein Zitat aus der Sendung) gehen kann, weiß doch überhaupt nur einer davon. Der Stern von Bethlehem war nicht so auffällig, dass sein Lichtglanz über Mt 2,1-12 hinaus gestrahlt hätte. Im Übrigen ist die Argumentation zirkulär: den theologischen Charakter des Sternmotivs abzulehnen mit dem Hinweis, die genannten Himmelsphänomene seien für antike Astrologen wie die Magier aus Mt 2 zu bedeutungsschwer, setzt voraus, was zu beweisen wäre: dass jene Phänomene von irgendjemandem auf die Geburt Jesu bezogen wurden. Die Prophezeiung eines Heilbringers in der persischen Tradition reicht dafür sicher nicht. 

Der Kindermord von Bethlehem

Über den Zweifel an der Historizität des Kindermords in Bethlehems durch Herodes erfahren wir vor allem, dass sich Hesemann an dieser Stelle der Sendung besonders geärgert hat. Nichts verlautet, was diesen Zweifel zerstreuen könnte. Dass Herodes erst die Magier nach Bethlehem ziehen lässt und auf deren Rückkehr wartet, ehe er die Tötung dieses Konkurrenten (»König der Juden«) ins Werk setzt, ist ein historisch absolut unglaubwürdiger Zug. Er ist aber erzählerisch notwendig, weil sich nur so der zeitliche Vorsprung ergibt, der für die Flucht nach Ägypten nötig ist. Sicher passt das Bild des um seine Herrschaft fürchtenden Herodes, der vor keiner Maßnahme zurückschreckt, in dessen letzte Regierungsjahre. Angesichts der Probleme, die Mt 2,1-23 in historischer Sicht bereitet, genügt dies aber nicht, um die Historizität der Kindermord-Erzählung zu begründen. Auch wenn die Zahl der ermordeten Kinder nicht allzu hoch sein sollte (Hesemann vermutet 
»ein paar Dutzend Babies«), müsste doch überraschen, dass Flavius Josephus von diesem Vorfall nichts überliefert. Den Hang, Herodes zu schonen, hatte er nicht.

Die Geschwisterlosigkeit Jesu


Nur kurz sei darauf verwiesen, dass sich mit einer Lokaltradition aus dem frühen 2. Jahrhundert die Geburt Jesu in Bethlehem ebenso wenig sichern lässt wie mit der davidischen Herkunft Jesu. Ausführlicher gehe ich auf die Argumentation ein, mit der eine weitere These der Sendung – »Fakt ist: Jesus hatte viele Geschwister« – widerlegt werden soll. 


Allen Ernstes werden hier zunächst zwei Fehlanzeigen in neutestamentlichen Erzählungen ausgewertet: Weder bei der Pilgerreise des zwölfjährigen Jesus zum Tempel (Lk 2,41-52) noch bei der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1-12) werden Geschwister erwähnt (für Joh 2,12 stimmt das allerdings nicht). Unabhängig von der Frage, ob sich diese Erzählungen überhaupt historisch auswerten lassen (Hesemann hat daran überhaupt keinen Zweifel), bleibt ein Schweigen immer mehrdeutig. Wenn die Geschwister in jenen Geschichten keine Rolle spielen, müssen sie auch nicht erwähnt werden. 


Aus der johanneischen Kreuzigungsszene (Jesus vertraut seine Mutter dem geliebten Jünger an) die Unmöglichkeit von Geschwistern abzuleiten ist ein historisch durchaus abenteuerliches Verfahren. Die Szene ist so grundsätzlich unterschieden von den Parallelen bei Matthäus, Markus und Lukas und so geprägt von der johanneischen Theologie, dass man einen sehr ausgeprägten Hang zur Harmonisierung divergierender Quellen braucht, um sie historisch auswerten zu wollen. Hesemann verfügt zweifellos über diese Begabung. 


Dies zeigt auch die Beurteilung der Namensangaben der Frauen, die in den Evangelien Zeugen der Kreuzigung sind. Die in Mk 15,40 genannte Maria (»Mutter des Jakobus des Kleinen und des Joses«) ordnet Hesemann als Schwester oder Schwägerin der Mutter Jesu ein. Eine verwandtschaftliche Beziehung zu einer Maria wird aber nur in Joh 19,25 angegeben, wo freilich keine Söhne erwähnt sind, sondern der Mann (Klopas). Dass Jakobus (nur in Mk 15,40 als »der Kleine/Jüngere« bezeichnet) und Joses dieselben sein sollen, die die Liste der »Brüder Jesu« in Mk 6,3 erwähnt, ist keineswegs klar (um einmal das Mindeste zu sagen). Angesichts der Tatsache, dass die Synoptiker nichts von der Anwesenheit der Mutter Jesu bei der Kreuzigung wissen und Maria von Magdala die einzige Person ist, die in allen Fassungen, die Namen erwähnen, eindeutig übereinstimmt, ist es problematisch, die verschiedenen Versionen für eine nähere historische Auswertung der Frauengestalten zu vermischen.

Der Verweis auf die weitere Bedeutung des hebräischen oder aramäischen Wortes für »Bruder« begründet nicht, dass für den griechischen Begriff (
ἀδελφός) dasselbe Spektrum vorausgesetzt werden kann. Es gibt kein tragfähiges Indiz dafür, dass die neutestamentlichen Texte, wenn sie von »Brüdern/Schwestern Jesu« sprechen, etwas anderes meinen als leibliche Geschwister. Dass sie damit in historischem Sinn Unrecht hätten, lässt sich jedenfalls nicht so leicht nachweisen, wie dies Hesemann annimmt. 

Vermischung von historischen Urteilen und Glaubensaussagen

Die fehlende Trennung von historischer und Glaubensebene wird dann zum Abschluss noch einmal überdeutlich. Die Aussage »Fakt ist: Jesus wurde geboren wie jeder andere Mensch auch« wird kritisiert, weil Jesus nur als außergewöhnlicher Mensch gesehen werde. Das aber sei zu wenig:

»Er war zwar ganz Mensch, aber eben auch ganz Gott. Das Wort, das Fleisch geworden ist. Der Schöpfer des unendlichen Universums, der sich aus Liebe klein machte und als Kind in der Krippe erschien, um sich uns, seiner Schöpfung, zu offenbaren und uns zu erlösen. Darin liegt das Geheimnis der Weihnachtsgeschichte. Doch das wollte Frau Gerster nicht wahrhaben.« 
Und Herr Hesemann will nicht wahrhaben, dass man gegen historisch angelegte Thesen nicht mit dem Glaubensbekenntnis argumentieren kann. Die in der Sendung als »Fakt« zitierte Aussage könnte sich auf Gal 4,4 berufen, wo gerade auf das gewöhnlich Menschliche der Geburt des Gottessohnes abgehoben wird: wie jeder Mensch von einer Frau geboren, wie jeder Jude dem Gesetz unterstellt. Die Aussage, dass Jesus wie jeder andere Mensch geboren wurde, lässt sich vom Neuen Testament her überhaupt nicht kritisieren.

Man muss sich über die genannte Vermischung nicht allzu sehr wundern. Michael Hesemann ist Autor eines Buches, dessen Titel sie zum Programm macht: 
»Jesus von Nazareth. Archäologen auf den Spuren des Erlösers«. Archäologen können sich als Archäologen auf die Spuren des Jesus von Nazareth begeben, aber nicht auf die Spuren des Erlösers; das können sie nur als Glaubende. Das Buch ist der Fortsetzungsroman zu Werner Kellers »Und die Bibel hat doch recht«. Mit dieser Art von historischer Apologetik lässt sich der »Faktencheck« der ZDF-Dokumentation nicht entkräften.

Sicher kann man über manche Aussagen dieser Sendung streiten. Die auf Matthäus und Lukas bezogene Rede von der Weihnachtsgeschichte führt etwa dazu, dass die Unterschiede zwischen den Darstellungen beider Evangelisten gar nicht voll zum Tragen kommen. Die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lk 2,41-52) wird in historischer Hinsicht erstaunlich zuversichtlich besprochen. Dass Lukas von der verzweifelten Herbergssuche Josefs erzähle, steht in meinem Neuen Testament nicht. All das berechtigt aber nicht zu der hier besprochenen Polemik Hesemanns.

Wichtiger noch ist aber ein anderer Punkt. Zu Beginn der Dokumentation wird angesichts der historischen Zweifel an den »Kindheitsgeschichten« die Frage gestellt: »Muss am Ende die Geschichte von Jesu Geburt neu oder ganz anders erzählt werden?« Zum Schluss der Sendung wird diese Frage nicht mehr direkt aufgegriffen, jedoch nahegelegt, dass die Wahrheit der Erzählungen auf einer anderen als der historischen Ebene zu suchen ist. Bezieht man dies auf die zitierte Frage, ergibt sich: Wenn die Botschaft dieser Texte nicht auf der geschichtlichen Ebene gesucht wird, können sie genau so erzählt werden, wie sie überliefert sind - unabhängig von der »Faktenlage«. Denn die Botschaft von der Bedeutung des Jesus von Nazareth als Christus, Herr und Retter entfaltet sich gerade in der Erzählung.

Dagegen bestärkt der Versuch, die Historizität dieser Geschichten zu verteidigen, die Haltung, dass bei abweichendem historischen Urteil jene Texte ihren Wert verlieren.

Zum Thema s.a. den Beitrag von Volker Schnitzler in seinem Blog

Kommentare

Gerhard Mentzel hat gesagt…
Danke Herr Prof. Häfner,

denn mit diesem Fakten-Check zeigen Sie deutlich, was bei der heutigen Hypothese im historisch-kritischen Kurz-schluss, der von einem Heilsprediger, statt dem lebendigen Wort (der damals diskutierten/definierten Vernunft) in menschlicher Person (Rolle/Aufgabe) handelt, hinten herauskommen muss.

Wenn heute in den weihnachtlichen Wohnzimmern der Welt auf wissenschaftliche Weise mit freundlichem Lächeln das Bild eines unehelich von einer jungen Hebräerin geborenen Sozialreformers vermittelt wird, den seine Anhängern, die heilige Helena oder die kirchliche Dogmatik hochleben ließ, dann geht das auf das Konto der kath. Wissenschaft.

Auch wenn die sich zurecht gegen diese Verkürzug, die echt unwissenschaftlich ist, wehrt.

Was nützt es, wenn z.B. der Papst in seinem neuen Jesusbuch an Aussagen festhält, die im fälschlcherweise sog. Fakten-Check als Verherrlichung deutlich gemacht werden, weil sonst die hochtheologischen Inhalte, um die es einzig den Verfassern ging, ausgeleert werden?

Solange der Fakt, dass die Verfasser nicht von einem Heilsprediger schreiben, sondern dem lebendigen Wort, nicht bedacht werden kann, weil das kindlich-menschliche Bild im Kopf jedes Nachdenken verbietet, ist das in heutiger Sendung zu Sehende die Folge.

Die Sendung, die damals echt von Schöpfung ausging (daher wie andere Gottesmittler als jungfräulicher Gottessohn galt und der ein der menschlichen Vorstellung entspreches Gesicht gegeben wurde)kann im heutigen Weihnachtsfilm nicht vorkommen. Solange sich die kath. Wissenschaft weigert, auf neue Weise zu bedenken, was Wesen Jesus war, kann das Wort/die von Schöpfung ausgehende Weisheit (die Benedikt XVI. vor dem Bundestag in ökologischer Welterkärung zu bedenken gab), sich dabei auf Stoa wie Salomo (Bethlehem) bezog, nicht bedacht werden.

Was von den theologischen Konzeptionen des lebendigen Wortes bleibt ist dann kath. Lug und Trug, um einen Heilsprediger als Helden zu verherrlichen.
Volker Schnitzler hat gesagt…
Ich danke Ihnen für die Verlinkung, hoffe aber, dass sich die professionellen Kommentatoren auch weiterhin beim Professor und nicht beim kleinen Blogger austoben ;-)
Gerhard Mentzel hat gesagt…

Die Faktenschau des päpstlichen Hinstorikers Hesemann macht einmal mehr deutlich, was auch beim Lesen des dritten Papst-Jesus besonders bewusst wird: Wer zurecht an Jungfräulichkeit, Bethlehem, Stern... festhalten will, weil dies den Bedeutungsaussagen der Verfasser entspricht, der muss auf neue Weise nach dem Wesen fragen,das Jesus für diese war.

Denn der, der heute als historisch gilt, kann dies nicht gewesen sein. Wie ich derzeit bei Benedikt XVI., der sich weniger auf ärchologisch-banalgeschichtliche Fakten, sondern theologische Bedeutungsinhalte bezieht, gerne lese.

Was aber auch Hesemann deutlich macht:

1. Wenn Matthäus wirklich davon ausgegangen ist, dass in Jesus die Schrift erfüllt wurde, er keine Verherrlichung eines Heilspredigers im Aug hatte, dann kann es ihm nicht um einen jungen Juden gegangen sein, der jetzt lebendiges Wort war, einen universalen Bund begründete, sondern muss über das nachgedacht werden, was damals den jüd. Monoth. neu begründete, als Wort/Vernunft verstanden wurde und so Jesus war.

Wenn keiner die Aussagen von Engeln... oder sonstige ungeschichtlichkeiten in Frage gestellt hat, dann ist das ein weiterer Beleg, dass es den Denkern damals nicht um den ging, der heute als historisch untersucht wird.

2. Gerade die jungfräuliche Geburt und die Zeugung durch den HG verweist darauf, dass es Zeit wird, über das Wort allen Werdens als Wesen nachzudenken, das schöpferische Autorität war, von einem heilen (grenzüberschgreitend auch sich aus griechischer Welterkärung ergebenden)Verständnis/Hören begezeugt und von Mutter Kirche oder auch der Kaisermutter zur Welt gebracht, im Kanon kulturgerecht ausgedrückt wurde.

3. Selbst wenn die Herberge, die für diesen Ausdruck verschlossen war, Christen bekanntlich als Ath. ablehnte, die "gute Stube" bzw. das Obergemach war, verweist das auf die damals geltende Vernunft/Wort.

4. Und deutlicher als mit den "Weisen" aus dem "Morgen"land bzw. dem der aufgehenden Sonne kann man doch kaum machen, dass die Verunft allen Werdens, die sich in jedem Sonnaufgang besonders deutlch zeigt, in der Krippe lag.
Echt theologische Wissenschaft wäre es auch, nicht über einen jungen Juden für Gott haltende Perserpriester, sondern über Zarathustra nachzudenken, der in dieser kosmisch begründeten Vernunft bereits dem Exilsmonoth. vorausging.

5. Und dass Herodes ein Herrscher war, der vergeblich versuchte durch Bauwerke die Kulturen/Zeiten zu versöhnen, wäre sicher wichtiger, wie einen Kindermord zu begründen. Ähnlich wie Ägypten mehr auf die Logoslehre/frühe Christologie Alexandriens (noch ohne den Namen Jesus) verweist, als die Flucht einer Familie nachstellen zu wollen.

6. Und dass die in ökologischer Welterkärung heute zu verstehende Vernunft, die auch bei Platon und Paulus den Ton angab, in Bethlehem geboren ist (in jüd.-königlicher Weisheit/Salomo)ihre Wurzeln hat, wurde vom Papst bereits vor dem Bundestag klar gemacht.

7. Und was die Geschwister betrifft, die nicht von Maria gezeugt werden, die lassen sich in den vielfältigen heute als urchristlich geltenden Bewegungen gut ausmachen. Allein schon in Auswertung des Wissens um die anfänglichen Diskussionen und Viefalt zwingt eine wissenschaftliche Betrachtung die Vernunft ins Auge zu fassen. Denn um den, den Michael Hesemann belegen will, kann es an keinem urchr. Ort und in keiner der vielfältigen anfänglichen Diskussionen gegangen sein.

8. Und wenn dann auch noch (zurecht)der von der Weltvernunft berichtende Logosevangelist Johannes als historisch genommen wird, ist doch alles gesagt.

Wer für die damaligen Denker echt göttlichen (besser schöpferischen) Wesens war, kann nur das gewesen sein, was als Wort/Vernunft verstanden wurde.

Ein Mensch als Gott oder dessen Abbild kommt nur im Aberglaube vor, wo sich die Bilder/Gottesbegriffe verselbständigt und nichts mehr mit der realen Entstehung der Welt zu tun haben, was damals in schöpferischer Vernunft erklärt wurde. So wird chr. Glaube zur Unglaubwürdigkeit.
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Sehr geehrter Herr Prof. Häfner,

mir ist klar, dass die Überlegungen bei meinem Fakten-Check-Check-Check nicht einer theologischen Wissenschaft entsprechen. Doch dazu sind Sie aufgerufen.

Sie haben die Wahl:

Die Welt im Glauben an einen jungen Guru zu lassen, der angesichts des friedlichen Familienfestes recht gnädig dargestellt wurde. Von dem aber die Welt dann denken muss, dass ein von einer hebräischen Göre geborener Bankert zur Vermeidung der Steinigung dem HG untergejubelt wurde, der dann als arbeit- und ehescheuer Wunderheiler große Töne spuckend mit einer Hure umherzog und dem wie dem Rattenfänger von Hameln religiöse Anhänger folgten. Und dieser soll dann Grund chr. Glaubens bzw. das groooße Vorbild sein, das auch noch als Gott zu glauben sei?

(Wie ich gerade in der Festschrif-Sammlung für Kardinal Schönborn lese als "Christus - Gottes schöpferisches Wort" der gewese sei, in dem alles erschaffen wurde.)

Oder

Eine allegorisches Verständnis anzustoßen, wie es auch damals in Bezug auf das AT war.

Nochmals: Was spricht dageben, das Wort/die damals diskutierte Vernunft allen Werdens an den Anfang zu stellen, von der sich im realen Geschichtsgeschehen all das begründen lässt, was die biblischen Geschichten in ihrer Verschiedenheit berichten?

Nicht allein, um die Wurzeln des chr. Glaubens aufgekärt zu begründen, die bisher als gestrige Dogmen abgelehnten Aussagen, um die es ja den Verfassern/anfänglicher Lehre ging, zu bestätigen. Vielmehr um einem Verständnis Jesus in heutiger Welterklärung den Weg zu bereiten. Es unseren Kindern zu ermöglichen dort, wo der Papst eine höhere Vernunft/Sinn des Ganzen in ökologischer/wissenschaftlicher Welterklärung zu bedenken gab, als das wahrzunehmen, was weiter in menschlicher Weise als Jesus zu besingen wäre.

Warum darf es nicht sein, dass in der künftigen Stadt in der chr. Kirche noch lauter von Jesus gesungen wird, um sich im Werktag an einen Sinn des Ganzen, eine ökologisch erklärte und damit universal gültige Vernüftigkeit als ewiges Wort zu halten, um gemeinsam auf kreative/schöpferische Weise (in mündig-schöpferischen VerantWORTtung) gemeinsam Zukunft zu gestalten?





Regina hat gesagt…
was für ein bizarrer fiktiver Dialog zwischen dem ZDF und kath.net!
Man steht davor und weiss nicht, soll man weinen oder lachen.

Ist Jesus wirklich geboren worden? Echt, richtig?
Oder, nachdem seine Mutter von einer Taube schwanger wurde, doch nicht?
(Nirgends steht etwas von einer Nabelschnur...)
Ist tatsächlich ein Stern mit Schweif über dem Geburtsort Jesus aufgetaucht?
Waren Ochs und Esel wirklich neben der Krippe?
Welche Farben hatten die Flügel der Engel, die im Chor die Hirten ansangen?
Wie viele Schafe waren involviert?
Wie viel kostete das Gewand der Heiligen drei Könige?
Liefen sie wirklich hintereinander, oder doch nebeneinander?
Kamen sie zu Fuss, oder doch auf dem Kamel?
Haben sie die Hirten gegrüsst beim In-den-Stall-kommen?
Und war der Stall aus Holz, oder war er eine Steinhöhle?
Musste Maria nach der Geburt genäht werden?
Geburtsgewicht? Länge, Grösse, Kopfumfang?
Hat Maria gestillt?
Ging der Gesang der Engel den Anwesenden mit der Zeit auf die Nerven?
Was passierte mit den Pflanzen in der Gegend, als es plötzlich taghell wurde, mitten in der Nacht?

Und was hat das alles mit dem zu tun, was Jesus uns über GOTT mitteilen wollte,
mit seiner Botschaft bedingungsloser Nächstenliebe und Liebe zu und mit sich selbst,
mit seiner Warnung vor Selbstgerechtigkeit und Unbarmherzigkeit,
mit seinem Aufruf zu Solidarität, Achtsamkeit und Mitgefühl?

Nichts, ausser vielleicht:
Es ist viel einfacher, sich mit den ersteren Fragen zu beschäftigen,
als zweiteres zu leben.
Sowieso, wenn man eine komfortable Position in der Kirchen-, Gesellschafts- und Menschheitshierarchie inne hat.
Die Kirche demonstriert Exoterik mit Bildern, weil es zu schwierig ist dem Menschen die Esoterik der Religion zu vermitteln.

Etwas, was ich nicht beweisen kann, will ich es aber für wahr halten, muss ich glauben (Punkt)

Nun regt man sich als Christgläubiger verständlicherweise auf, wenn jemand einen angenommenen Sachverhalt der sich auf Erzählungen stützt, anders interpretiert als die eigenen Glaubensverkünder.
Zumal z.B. die Jungfrauengeburt keine Erfindung der Evangelisten ist, sie haben lediglich eine mythologische Erzählung aus der altägyptischer Religion, für die eigene Glaubensverkündung, adaptiert ohne die Quelle zu nennen.
Man kann also deutlich erkennen, dass schon vor ca. 1.900 Jahren geguttenbergt wurde, also abgeschrieben ohne den Verfasser zu nennen.

André Gide sagte einmal : „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

In diesem Zusammenhang erinnere ich an den berühmt gewordenen Taxil-Schwindel vor gut 100 Jahren, dem viele kath. Würdenträger, bis hin zum damaligen Papst, aufgesessen sind.
Leo Taxil, ein französischer Publizist und Buchhändler hat etliche Bücher, heute würde man sagen Bestseller veröffentlicht und steigerte sich in immer groteskere Erzählungen hinein, bis er das Thema ausgereizt hatte und im April 1897 in Paris in einer von ihm einberufenen Pressekonferenz, in der auch viele katholische Geistliche anwesend waren, dem staunenden Publikum mit lächelnder Mine erklärte:„Liebe Leute, seid mir nicht böse, ich habe euch ja nur an der Nase herumgeführt. Ich wollte der Welt zeigen, was alles in der Kirche möglich ist, die sich rühmt, ein unfehlbares Oberhaupt zu besitzen und die Menschen, die sich von ihr leiten lassen, vor Irrtum zu bewahren.“
Gerhard Mentzel hat gesagt…
@Regina,

eenn Sie nicht auf willkürlich allegorische Weise lesen, sondern vom lebenigen Wort/der damals definierten Vernunft allen Werdens ausgehend würden, statt von dem nie Gegenstand der Evangelien/Urchristen gewesen Heilsprediger, der im hist.-kritischen Kurzschluss hinten herauskommt, Dann könnten sie nachdenken, dass dies kein Taxi-Schwidel war, nicht nur alte Texte aufgefriffen wurden, um einen Heilsprediger zu verherrlichen, sondern das lebendige Wort die Erfüllung alter Hoffnungen/Kultvorstellungen war.
Jordanus hat gesagt…
Herr Schnitzler, wen meinen Sie mit "professionellen Kommentatoren"?

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