In eigener Sache

Zur Zeit bin ich so sehr eingespannt, dass meine Antwort auf die Erwiderung Michael Hesemanns zum Beitrag »Wie man Geschichte nicht schreiben soll« noch ein wenig dauert. Hier nur soviel: Hesemanns Ausführungen bestätigen eindrücklich die Kritik, die ich gegen seine Art der Geschichtsschreibung vorgetragen habe. Sie enthalten außerdem absurde Unterstellungen und Verzerrungen, die ausführlich kommentiert werden sollen.

Anbei nur ein kleiner Einblick in die Gesprächskultur der Lesermeinungen von kath.net, wo ohne irgendeine Nachprüfung alles geglaubt wird, was irgendwie ins eigene Vorurteil passt. Ich könnte mir vorstellen, dass einige Kommentatoren ganz erstaunt wären, wenn sie den Beitrag einmal läsen, auf den Hesemann reagiert hat.


Dismas
Ganz einfach:diesem Häretiker Lehrerlaubnis entziehen und exkommunizeren.
vielen Dank an Herrn Hesemann für
diese umfassende Analyse. Wie nebenbei sieht man daran auch, wie wissenschaftlich und vernüftig der Glaube ist und wie erbärmlich der von Ideologie getriebene Unglaube. Glaube und Vernuft war ja auch ein wichtiges Anliegen und Thema unseres geliebten Hl.Vaters em.Benedikt XVI..

Chris2
Herr Häfner ist also so etwas wie ein "Jesuaner"
da bekanntlich der Glaube an die (reale) Gottessohnschaft Jesu alle Christen verbindet. In keiner Firma, in keinem Verein würde so etwas geduldet. Wohlgemerkt: Notorisch und ganz offiziell als "katholisch" lehrend...

resistance
Glaube ist doof, sagt Häfner
Eine solche Annahme sei nicht weniger als „ein Sprung hinter das 18. Jahrhundert“. Das heißt: Zurück in die Zeit des Glaubens!
Ein gewisser Prof. Küng hat gesiegt! Seine Truppe hat die Deutungs- und Lufthoheit über die die Lehrsäle.
Wo blieb denn der Episkopus?

Mariatheresia
Diagnose: ungläubiger Theologieprofessor
Vorkommen: endemisch deutschen Sprachraum, aber auch anderswo
Therapie: Berufswechsel (würde auch Ansteckungsgefahr verringern)

Thomas 71
Unfassbar, dass sich so jemand, ohne Konsequenzen zu befürchten, Theologieprofessor nennen darf. Wenn ich mich als Dr. der Atomphysik betätigen würde, hätte ich Gefängnis oder den Aufenthalt in der geschlossenen Irrenanstalt zu befürchten! Wir leben in einer Zeit, in der die Laien den Glauben vor Geistlichen und hochmütigen "Professoren" verteidigen müssen. Was mich immer wieder wundert: Im Tierreich kennt man das Phänomen der Jungfrauengeburt; in Zoos hat man selbst bei höher entwickelten Tieren wie Haien das beobachtet. Und Gott, so man denn an seine Existenz glaubt, kann das bei seiner Krone der Schöpfung, durch die er selbst in seine Welt kommen will, soll das nicht können???


Dank an Kommentator Vincentius für die Stimme der Vernunft, die dort aber einen schweren Stand hat. 

Kommentare

Regina hat gesagt…
Lieber Herr Häfner,

ich breche jetzt mal eine Lanze für Sie, die sich auf der Blogseite von Volker Schnitzler zu diesem Thema findet :

http://schnitzler.myblog.de/schnitzler/art/7941528/Von-glaubigen-Fakten-und-historischem-Glauben

Ihre sachlich-kritischen Auseinandersetzungen bewundere ich immer wieder - danke !!!
Anonym hat gesagt…
Gerade für einen traditionsverbundenen Theologen ist es traurig: Jeder Journalist, der einmal eine historische Magisterarbeit o.ä. geschrieben, aber wahrscheinlich nicht einmal einen Hebräisch-Anfängerkurs besucht hat, tut gegenüber einer Medienöffentlichkeit mit mehr Meinung als Bildung so, als verstünde er mehr von den frühchristlichen Quellentexten als ein promovierter und habilitierter Neutestamentler. Dabei kann er noch nicht einmal die von Ihnen, Professor Häfner, geschriebenen Texte lesen, ohne gewaltsam zu verdrehen und zu verfälschen. Wie geht er dann erst mit antiken Quellen um? Das von Ihnen dokumentierte Klima der Denunziation (auf einer Homepage, die für das Katholischsein werben will: "Seht, wie sie einander lieben!") tut weh (auch wenn die Verfasser gar nicht wissen, worum es geht und deshalb wohl entschuldbar sind). Da hinein gehört auch des Journalisten Heesemanns Angriff auf den "Bultmann-Förderer" Domkapitular Professor Vögtle, der ein Priester von echtem Schrot und Korn war und seine Katholizität als Priester nicht in Zeitungsglossen, sondern auf den russischen Schlachtfeldern unter Beweis gestellt hat. Er war als Wissenschaftler (ich habe ihn als junger Theologe noch kennenlernen dürfen) beeindruckend unbestechlich der geschichtlichen Wahrheit verpflichtet. Vielleicht waren seine Ergebnisse unbequem und ich selbst war nicht immer überzeugt. Aber ein pseudo-kirchliches Klima, in dem er, um Sie als Enkelschüler zu treffen, gleich mitdenunziert wird, wird auch durch vorgeblich fromme Lesarten zur Jungfräulichkeit nicht christlicher. Ich wünschte, Herr Heesemann wäre bei der UFO-Forschung geblieben. Vielleicht versteht er von deren Historie mehr als von antiken Quellenschriften.

Sie sind nicht der erste Neutestamentler, der mit aufgehetzter Halbbildung zu tun bekommt. Bleiben Sie sich treu und denken Sie an den exegetischen Grundsatz: documenta ponderanda, non numeranda!
Presbyteros
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Sehr geehrter Herr Prof. Häfner,

wie bereits im Vorjahr bei Faktencheck Weihnachten bzw. dem Beginn der Debatte deutlich gemacht, zeigt sich auch hier wieder, wie notwendig es ist, die Texte des NT und damit die gesamte chr. Theologie nicht weiter auf einen Wandprediger zu beziehen.

Sie wissen besser als ich, wie im antiken Denken das Weibliche und damit auch Maria für eine Ausdrucksweise/-form stand.

Wenn die Verfasser der Texte nicht allesamt völlig besoffen waren, dann ging es denen bei Maria nicht um die Mutter eines jungen Juden, den sie zum Grund aller Schöpfung bzw. Gott oder dessen Sohn machen wollten.

Bei ernsthafter Betrachtung der Geschichte und der Geschichten kann es den Verfassern nur um die damals diskutierte Vernunft allen kreativen Werdens gegangen sein. Eine Vernunft, die Thema der Zeitenwende war, als die nicht nur Johannes die Jesusgestalt vorstellt, sondern die bekanntlich auch Thema der Christologie damaliger Bildung und vielfältiger jüd. Erneuerungsbewegungen oder Weisheitslehren war.

Menschen können diese heute wissenschaftlich beschriebene Vernunft zwar ausdrücken, ihr auch ein kulturvernünftiges Gesicht geben. Aber sie sind nicht der Erzeuger dessen, was heute in Ökologie- oder Evolutionslehre beschrieben wird.

Hesemann kann man nicht zumuten, dass er über die schöpferische Vernunft als das Wesen nachdenken, das für Christen dann Jesus war. Doch jede andere Deutung, die nur einen jungen Guru an den Anfang stellen will, führt nur zum halbaufklärerischen Kurzschluss. Der den theologischen Inhalt und dem chr. Glauben den Grund nimmt.
Richard M hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Richard M hat gesagt…
Lieber Herr Prof. Häfner,

mein Beileid gilt vor allem dem armen Generalvikar des Erzbistums München-Freising, dessen elektronisches Postfach seit Erscheinen der Replik von Hesemann auf kath.net wahrscheinlich von einem "Shitstorm" wütender Rechtgläubigkeit überzogen wird.

Aus meiner Sicht zeigt bereits die Angabe der Adresse des Generalvikars am Ende des Textes auf kath.net, wes Geistes Kind Hesemann ist. Offenbar geht es ihm darum, Druck aufzubauen und vor dem Hintergrund der zu Unrecht unterstellten Häresie mancher kath.net-Leser selbigen auch gleich die Gelegenheit zu geben, ihren vermeintlich verletzten Anspruch auf Rechtgläubigkeit in der Lehre mit aller Gewalt geltend zu machen.

Lassen Sie sich nicht ärgern, bleiben Sie so sachlich wie eh und je und vertrauen Sie darauf, dass es unter Kollegen und Studenten eine ganze Menge Menschen gibt, die hinter Ihnen stehen.
Markus hat gesagt…
@ Gerhard Mentzel

Das können Sie von mir aus gerne so sehen. Die Frage ist halt dann, was Sie konkret von der katholischen Kirche wollen. Wäre es nicht auch ein Zeichen von Größe und Toleranz, Sie ließen einfach den anderen ihren naiven Kinderglauben? Wäre es nicht für alle angenehmer, wenn wir nicht ständig versuchen würden, uns gegenseitig zu bekehren? Dann könnten die, die in der Kirche nichts Mystisches und Heiliges entdecken wollen oder können, diese letztlich aus ihrere Sicht irrelevante Institution einfach ignorieren. Aber was hilft es Ihnen denn, wenn Sie uns, die in der Kirche etwas anderes sehen, das wegnehmen?

Im Übrigen frage ich mich, ob Professor Häfner eigentlich einverstanden ist, dass Sie seine Kritik an Hesemann einfach unterschwellig für Ihre Weltsicht vereinnahmen.
Gerhard Mentzel hat gesagt…
@Markus,

wenn das mit dem naiven Kinderglauben noch zu machen wäre, ok.

Aber die Diskussion um die Weihnachtsdeutung von Prof. Häfner ist doch nur ein winzig kleines Beispiel, dass die Zeit vorbei ist.

In der Einleitung meiner Homepage habe ich auf Klaus Berger Bezug genommen, der die von Prof. Häfner vertretenen liberale historischen Sicht in "Bibelfälscher" brandmarkt.

Der aber ähnlich wie Hesemann mit seinem Beharren auf ein hoheitliches Wesen, den christlichen Glauben völlig der Lächerlichkeit hingibt. Wer an einem Wanderguru festhält, die Vernunft nicht bedenken will, die nicht nur nach Johannes am Anfang stand, der leistet heute dem Atheismus Vorschub.

Was ich von der kath. Kirche will, hat nichts mit meiner Sicht der Welt zu tun. Vielmehr mit der konsequenten Auswertung des heutigen Wissen, dass ein Wanderguru mit Namen Jesus nicht das Thema des NT bzw. des nun auch für Griechen geltenden bildlosen Monotheismus gewesen sein kann.

Denn wie auch diese Diskussion wieder zeigt, funktioniert das Festhalten an gestrigen Vorstellungen nicht mehr. Heute helfen weder Kinderglaube, noch Verkürzung im halbaufgeklärten Kurz-schluss weiter.

Julian Heinze hat gesagt…
Hesemann blamiert sich gerade im Kommentarbereich auf kath.net zu Tode: Kannte doch schon die Apg das Lukasevangelium, herrlich. Wenn man bedenkt, dass beide vom selben Autor verfasst wurden, eine erstaunliche Aussage.
Markus hat gesagt…
@ Gerhard Mentzel

Sie versuchen schon wieder Prof. Häfner vor Ihren Karren zu spannen, indem Sie seine Ablehnung von Hesemann mit Ihrer Ablehnung des "Wandergurus" vermischen. Das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun.

Wenn Sie persönlich nicht an Jesus glauben, dann lassen Sie es doch einfach. Es zwingt Sie doch niemand. Sie beantworten aber nicht die Frage, wieso Sie mir deshalb meinen Glauben wegnehmen wollen.

Es ist doch - entschuldigen Sie bitte - albern, mit so einer Position in der kath. Kirche zu bleiben. Der Glaube an Jesu Leben und Auferstehung ist einfach das Herzstück der Kirche. Ihre Position läuft darauf hinaus, dass die Kirche sich abschaffen müsste. Das ist einfach eine seltsame Forderung. Ich trete doch auch nicht der SPD bei und versuche dann die von innen davon zu überzeugen, dass Sozialdemokratie Unsinn ist.

In der Sache glaube ich, dass es gerade anders herum ist. Niemand braucht eine Bibel, einen Altarraum, Theologieprofessoren und Priester, um an eine abstrakte, ontologische Vernunft zu glauben. Und ein solcher Glauben kann auch nichts, was im Leben irgendwie von Relevanz wäre. Er hilft Kindern nicht beim Einschlafen, er tröstet keine Verwandten auf der Beerdigung, er sagt mir nicht, worauf es im Leben ankommt, er nimmt mir nichts die Angst vor dem Sterben und er treibt sicher niemandem auf dem Petersplatz Freudentränen in die Augen.

Wie gesagt, wenn Sie den Wanderguru nicht mögen, dann lassen Sie es doch einfach. Aber versuchen Sie nicht anderen das wegzunehmen, was ihnen Halt und Freude im Leben gibt.
Markus hat gesagt…
Noch ein kurzer Nachtrag:

Was Sie da vorschlagen, ist ja letztlich ein alter Hut. Sie versuchen das Christentum zu retten, indem Sie es in eine ontologische Sphäre verfrachten, auf die Ihnen die Naturwissenschaften nicht mehr folgen können. Ich meine, dieser Versuch wird genauso scheitern wie der Versuch der Protestanten, durch kulturelle Anpassung Boden gut zu machen. Sie vergessen nämlich, dass diese Welt nicht nur für die Naturwissenschaften unerreichbar ist, sondern auch für 99% der Menschen. Das wird das ein Christentum für eine kleine intellektuelle Elite. Den Handwerker auf dem Land erreichen Sie damit sicher nicht.

Die Versöhnung mit der Aufklärung kann meines Erachtens so nicht funktionieren. Die müssen wir hier auf dem Boden der irdischen Realität versuchen. Dazu ist aber auch auf der anderen Seite ein gewisses Maß an Bescheidenheit und Einsicht in die eigenen Grenzen notwendig. Solange die Welt unerschütterlich an ihrem Glauben an die menschliche Machbarkeit festhält, sehe ich da wenig Aussicht auf Erfolg. Aber dieser Glaube hat ja in letzter Zeit auch schon einige Risse bekommen.
Gerhard Mentzel hat gesagt…
@Markus,

nur damit keine Missverständnisse aufkommen, mir geht es nicht um den Glaube an Jesus abzustreiten, sondern nachzuweisen, dass er lebt.

Die von Schöpfung ausgehende Vernunft, die Benedikt XVI. vor dem Bundestag in Bezug auf Stoa und jüd. Weisheit als Grund des Rechtes (leider nicht auch der chr. Religion)in ökologischer Erklärung bedenken ließ, die ist weit relevanter, als das Schlaflied von einem herzliebsten Heilsprediger.

Dass der heute keine Relevanz für die Fragen des Lebens mehr hat, ist nicht nur im Alltag, sondern in allen theologischen Werken zu beobachten.

Und wenn das damalige Kirchenoberhaupt, das sonst die schöpferische Vernunft als mit Verstand einsehbares Wesen des chr. Glaubens bezeichnet, das Weiterdenken antiker Philosophie auf hebräischer Spur gewesen wäre, den Grund des Rechtes in rationaler Welterklärung zu bedenken gab, dann hat er das bisher im Buch nachgeblätterte Recht nicht abgegeben. Denn der, der im Buch als Jesus beschrieben wird, ist der, den er in Vernunft zu bedenken gab.

Mit einer ontologischen Spekulation, die weder einem Handwerker zu vermitteln, noch wissenschaftlich zugänglich wäre, hat die von Schöpfung bzw. der Kreativität des Ganzen ausgehende Vernunft, die heute in wissenschaftlichen Begriffen beschrieben wird, nichts zu tun.

Im Übrigen geht es auch nicht darum, sich einen Jesus auszusuchen, damit man weiter im Aber-glaube den Verwandten bei der Trauerfeier Trost spenden kann. Es geht um die Frage, wer nach dem heute gegebenen Wissen der, den wir heute so einfach Jesus nennen und dabei das buchstäbliche Bild vor uns haben, für die Verfasser des NT und die vormaligen vielfältigen monoth. Erneuerungsbewegungen war.

Der, den Sie mir entgegenhalten, mit dem geht nicht nur die jungfräuliche Geburt in die Hose. Nicht nur diese Aussage kann sich nur auf eine Vernunft beziehen, die nicht menschlichen Ursprungs, sondern in menschlicher Ausdrucksform zu Welt kam.

Alle theologischen Aussagen, die Prof. Häfner hier Woche für Woche auf sehr professionelle Weise darlegt macht, machen deutlich, dass hier kein Wanderguru mit alttestamentlichen Hoffnungen, Texten... in den Himmel gehoben wurde, sondern dass die heute in Weltrealität wieder zu definierende Vernunft das Thema war.

Mir geht es nur darum, dem christlichen Glauben wieder die Relevanz im Alltag zu geben, die für die Zukunft meiner Enkel notwendig ist. Denn allein die Vernunftpredigt kommt nicht weiter, wenn nicht auf aufgeklärt Weise Sonntags von Jesus gesungen wird.



Gerhard Mentzel hat gesagt…
@Markus,

nur damit keine Missverständnisse aufkommen, mir geht es nicht um den Glaube an Jesus abzustreiten, sondern nachzuweisen, dass er lebt.

Die von Schöpfung ausgehende Vernunft, die Benedikt XVI. vor dem Bundestag in Bezug auf Stoa und jüd. Weisheit als Grund des Rechtes (leider nicht auch der chr. Religion)in ökologischer Erklärung bedenken ließ, die ist weit relevanter, als das Schlaflied von einem herzliebsten Heilsprediger.

Dass der heute keine Relevanz für die Fragen des Lebens mehr hat, ist nicht nur im Alltag, sondern in allen theologischen Werken zu beobachten.

Und wenn das damalige Kirchenoberhaupt, das sonst die schöpferische Vernunft als mit Verstand einsehbares Wesen des chr. Glaubens bezeichnet, das Weiterdenken antiker Philosophie auf hebräischer Spur gewesen wäre, den Grund des Rechtes in rationaler Welterklärung zu bedenken gab, dann hat er das bisher im Buch nachgeblätterte Recht nicht abgegeben. Denn der, der im Buch als Jesus beschrieben wird, ist der, den er in Vernunft zu bedenken gab.

Mit einer ontologischen Spekulation, die weder einem Handwerker zu vermitteln, noch wissenschaftlich zugänglich wäre, hat die von Schöpfung bzw. der Kreativität des Ganzen ausgehende Vernunft, die heute in wissenschaftlichen Begriffen beschrieben wird, nichts zu tun.

Im Übrigen geht es auch nicht darum, sich einen Jesus auszusuchen, damit man weiter im Aber-glaube den Verwandten bei der Trauerfeier Trost spenden kann. Es geht um die Frage, wer nach dem heute gegebenen Wissen der, den wir heute so einfach Jesus nennen und dabei das buchstäbliche Bild vor uns haben, für die Verfasser des NT und die vormaligen vielfältigen monoth. Erneuerungsbewegungen war.

Der, den Sie mir entgegenhalten, mit dem geht nicht nur die jungfräuliche Geburt in die Hose. Nicht nur diese Aussage kann sich nur auf eine Vernunft beziehen, die nicht menschlichen Ursprungs, sondern in menschlicher Ausdrucksform zu Welt kam.

Alle theologischen Aussagen, die Prof. Häfner hier Woche für Woche auf sehr professionelle Weise darlegt macht, machen deutlich, dass hier kein Wanderguru mit alttestamentlichen Hoffnungen, Texten... in den Himmel gehoben wurde, sondern dass die heute in Weltrealität wieder zu definierende Vernunft das Thema war.

Mir geht es nur darum, dem christlichen Glauben wieder die Relevanz im Alltag zu geben, die für die Zukunft meiner Enkel notwendig ist. Denn allein die Vernunftpredigt kommt nicht weiter, wenn nicht auf aufgeklärt Weise Sonntags von Jesus gesungen wird.
Markus hat gesagt…
@ Gerhard Mentzel

Gut. Ein Glaube für die Trauerfeier ist Ihnen also egal. Das ist zumindest ehrlich.

Welche andere Relevanz ihr Jesus als Metapher für die Vernunft haben könnte, bleibt weiter unklar. Die einzige Erklärung scheint mir zu sein, dass sie ihn als Vehikel für irgendwelche moralisch-politischen Anliegen benutzen wollen (umweltschutz, soziale Verantwortung etc.). Ich sage Ihnen, dass weder ich noch Ihre Enkel sowas brauchen. Was ich brauche, ist der Trost für die Trauerfeier. Und Sie haben nach wie vor nicht erklärt, wer Ihnen das Recht gibt, mir das nehmen zu wollen.
Richard M hat gesagt…
@Markus:

Lieber Markus,

Sie sind da in eine Endlosschleife hineingeraten. Es gab bereits einige Diskussionen (übrigens zum immer gleichen Themenfeld der "schöpferischen Vernunft allen Werdens") mit Herrn Mentzel im Kommentar-Bereich dieses Blogs.
Meine Empfehlung: Schonen Sie Ihre Nerven, tun Sie es den anderen Kommentatoren und Kommentatorinnen gleich, und belassen Sie es dabei. Es tut Ihnen mittelfristig sicher gut.

Herzlichst

Richard M.
Kunigunde Kreuzerin hat gesagt…
Mit 'ner schönen Auslegung von Römer 1,3-1,4 wäre Ihre Zeit, lieber Herr Prof. Häfner, sicher sinnvoller investiert als mit Stellungnahmen zu Herrn ... wer noch gleich mal ?
Gerhard Mentzel hat gesagt…
@Kunigunde Kreuzerin,

nicht dass ich die Aufgabe von Prof. Häfner übernehmen will, der dazu die Fachkunde besitzt.

Doch wenn es Paulus bzw. dem neuen bildlosen monoth. Paradigma, das sich hier an Heiden wendet, um den gegangen ist, der heute als historisch gilt und damit auch nicht jungfräulich geboren sein kann, dann bin ich bereit Gift zu saufen.

Aber ich bin gespannt, wie Prof. Häfner einen jungen Heilsprediger begründen will, der den Römern als Gottessohn verkauft worden wäre. Wenn er mir klar macht, wie damalige Denker, die bereits Asklepios, Dionysos & Co. in Vernunft erklärten, für die der Name des Göttervater Zeus für das rational erklärte Ganze akzeptiert wurde und die die Christen wegen ihrer Verachtung der Tradition als Atheisten ablehnten, einen jungen Heilsprediger nun als Gottessohn ausgegeben hätten, bin ich von Vernunft geheilt.
Gerhard Mentzel hat gesagt…
@Markus,

ihr Aufgabe, den Familien Trost zu Spenden nehme ich ernst.

Doch während ich nachweisen will, wie dem im chr. Glauben Erwachsenen Westen ein aufgeklärtes Verständnis Jesus als schöpferisches Wort (hebr. Vernunft allen Werdens, heute wissenschaftlich erklärt) notwendig ist, um nach Sonntäglichem Singen von Jesus, die Woche über in gemeinsamer Verant-wort-ung bzw. mündigem Verstand Zukunft zu gestalten, wollen sie den chr. Glaube auf billige Trostspenden gegen alle Vernunft reduzieren.

Pfui Teufel.

Gerhard Mentzel hat gesagt…
@Markus,

ihr Aufgabe, den Familien Trost zu Spenden nehme ich ernst.

Doch während ich nachweisen will, wie dem im chr. Glauben Erwachsenen Westen ein aufgeklärtes Verständnis Jesus als schöpferisches Wort (hebr. Vernunft allen Werdens, heute wissenschaftlich erklärt) notwendig ist, um nach Sonntäglichem Singen von Jesus, die Woche über in gemeinsamer Verant-wort-ung bzw. mündigem Verstand Zukunft zu gestalten, wollen sie den chr. Glaube auf billige Trostspenden gegen alle Vernunft reduzieren.

Pfui Teufel.
Markus hat gesagt…
@ Richard M

Vielen Dank für den Hinweis. So etwas hatte ich mir schon fast gedacht. Es wäre wohl wider der Vernunft darauf noch weiter einzugehen. ;-)
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Man müsste zu Denken beginnen und dann den Aber-glaube trotzdem in Frage stellen.

Und das muss doch wider alle Vernunft sein.
Anonym hat gesagt…
Vielleicht kann Herr Menzel seine Lieblingsgedanken anderswo entfalten. Ich möchte Professor Häfner Mut machen, sein biblisches Fachwissen weiter gegen die Volksverdummung von rechtsgläubigen Autodidakten wie Herrn Hesemann, aber auch gegen die pseudo-fromme Menschenhatz von kath.net einzusetzen. Bewahren Sie sich Geduld und Kraft!
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Das kann ich nur unterstreichen. Bibel- und Fachwissen gegen den volksverdummenden Aber-glaube, dass ein junger Jude auf jungfräuliche Weise geboren wurde, Gott war... ist gefragt.

Denn gerade die Geburtsgeschichte macht mehr als deutlich, dass es den Verfassern der Texte bzw. dem anfänglichen Denken nicht um den gegangen sein kann, der heute als jungfräulicher Gott hingestellt wird.

Denker in Zeiten antiker Aufklärung bzw. Hochzivilisation, denen die Göttersöhne als Ausdruck einer kreativen/schöpferischen Ordnung galten, die nicht menschlichen Ursprunges war, die hätten im größten Suff nicht daran gedacht, jetzt einen jungen Heilsprediger als göttlichen Ursprunges oder gar als den unsagbaren Grund allen Seins (Gott) hinzustellen.

So wie die Antike zwar die "Ausdrucksform" der bekanntlich in vieler Weise mit der Jesusgeschichte identischen Göttergestalten als menschlichen Wesens (Weib/Mutter) sah, so kann es auch bei Jesus unmöglich um einen charismatischen jungen Juden gegangen sein.

Sicher waren in Zeiten antiker Aufklärung die Götter in die Jahre gekommen. Doch dass Aussagen über die Götter, die in damaliger Bildung bereits eine theologische Bedeutung hatten, auf einen wundertätigen Heilsprediger übertragen wurden, das ist völlig absurd.

Deutlicher als in der Geburtsgeschichte kann man es kaum machen: Das damals vernünftig erklärte Werden, als das den antiken Denkern auch bereits der Göttervater und seine Söhne galten, wurde dem bildlos-prophetischen Kult entsprechend als Wort (hebr. Vernunft) verstanden und daher in der Davidstadt als Josua, gr. Jesus zur Welt gebracht.

Mit einer Logos oder Vernunftspekulation hat das nichts zu tun. Denn die kreative Vernunft, die Benedikt XVI. vor dem Bundestag in Bezug auf Stoa oder jüd. Weisheit (das hörenden Herz Salomos)als ein nicht menschlich zu bestimmenden Recht beispielsweise in ökologischer Erklärung zu bedenken gab, auch die ist jungfräulich geboren und höchst lebendig.

Ein aufgeklärtes Jesusverständnis macht aus Christus keinen Naturalismus. Es macht aber aus dem, was auf Weltkonferenzen als vernünftig für die gemeinsame Zukunft gepredigt wird, eine schöpferische Verant-wort-ung.

Der aufgeklärte Christ wird wissen, warum er Sonntags von Jesus singt, um sich die Woche über in Vernunft zu verhalten. Und der aufgeklärte Moslem wird wissen, dass die beiden Glaubensgeschwister ursprünglich den gleichen Grund hatten, der nicht einfach ein geheimnisvoller Gott, sondern Offenbarung/Selbstaussage des Unsagbaren war.
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Ich wäre dankbar für das erste Argument:

Warum die Verfasser der Texte, auf die wir uns berufen (die lt. heutiger Theorie philosophische Weisheitslogien wie Thomas als Q für ihre Christologie in Geschichtsform hatten), nur von einem Heilsprediger ausgingen, den sie in den Himmel hoben, in ihm das Wort/Weisheit bzw. eine nun auch für Griechen geltende Neubegründung des proph. Monotheismus oder auch nur eine der Woche für Woche hier bestens dargelegte theologischen Bedeutung beimaßen.

Oder warum auch nur eine der vielfältigen jüd. Reformbewegungen oder Christologiedebatten, die heute als Anfang auszumachen sind, einen jungen Guru als Grund hatten.

Vielen Dank für einen kleinen Beitrag zu meiner Heilung.

Bond. James Bond hat gesagt…
Geschüttelt, Mr. Mentzel.
Nicht gerührt!
der Don. hat gesagt…
Wer redet denn in diesem Blog von einem Guru - außer dem Herrn Mentzel? Also auf wen bezieht er sich denn andauernd? Gibt es seinen Adressat hier überhaupt? Oder sind wir nur Zeugen seines persönlichen Kampfes gegen ein fiktives Feindbild, das hier leider gar nicht anzutreffen ist?
der Don. hat gesagt…
.. und dann versteh ich auch nicht, was die Floskel von der "Vernunft allen schöpferischen Werdens" bedeuten soll. Ist das jetzt die Reduzierung der personalen Offenbarung auf vernünftige Sätze? Dann kann ich ja gleich wieder ein Anhänger des ersten Vatikanums werden. Ich dachte immer, das Wesen der Offenbarung ist zutiefst geprägt vom Personsein. Wenns nur um Vernunft geht, dann könnte ja jeder Philosoph oder Mathematiker zum Offenbarer göttlicher Vernunftwahrheiten werden. Aber ich begehe wohl als Anfänger in diesem Blog den Fehler, inhaltlich darauf einzugehen...
Gerhard Mentzel hat gesagt…
Was unter Wiki als Logos oder Vernunft beschrieben ist, war keine Floskel, sondern Gegenstand des Denkens der sog. Zeit Jesus und auch Thema der Theologie bzw. des NT, die darin das Wort verstand: Josua, gr. Jesus beschrieb. (Seine menschlich-kulturgerechte Ausdrucksform (weibl. Wesen/Maria) ist die Person, die Geschichte machte.

Ich kann es mir nicht raussuchen. Das ist die Realgeschichte, wie sie sich nach dem heute gegebenen Wissen um das Denken einer Hochzivilisation antiker Aufklärung, die sich dem bildlosen proph. Monotheismus zuwandte, z.B. Reformbewegungen, wie der phil. Christologie Alexandriens "er"gibt. Was galt den Proph. als Wort? Worauf gründete die jüdisch-königliche Weisheit? Was war Gegenstand der Christologie der Bildung Alexandriens zur sog. Zeit Jesus, an die die Kirche anknüpfte?

Um einen jungen Besserwisser, Reformprediger... (Guru)der dann doch nicht jungfräuliche geboren, aus dem Hause Davids war... kann es keinem der damaligen Denker gegangen sein. Es ging in den Geschichten, wie in Realgeschichte um die Vernunft allen Werdens, die von nat. Schöpfung ausging, nicht von Menschen gezeugt, nur ausgedrückt und als Wort/hebr. Vernunft wahrer König des bildlosen Kultes war.4

Was spricht aber dagegen, wenn die natürliche Welterklärung, an die Benedikt vor dem Bundestag das Recht abgab, auch als Grund chr. Glaubens bzw. schöpferische Offenbarung verstanden wird?

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